Die Welt sucht Social-Media-Experten

Gute Nachrichten von der Beschäftigungsfront: Via Interview mit dem Medium Magazin verkündet Welt-Boss Jan-Eric Peters, dass seine Redaktion dringend personelle Verstärkung braucht und zum ersten Mal seit zwölf Jahren wieder „in größerem Umfang neue Leute einstellen“ will. Die Zeitung sucht jedoch weniger klassische Journalisten, sondern viel mehr moderne Multimedia- und Social Media-Spezialisten. Zudem soll das Lektorat ausgebaut werden, damit wieder jeder Text Korrektur gelesen werden kann.

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Neben einer neuen Abteilung für Web-Videos will Peters vor allem im Social Media-Bereich wachsen. So soll mindestens ein Experte für Facebook, Twitter & Co. immer im Zentrum des neuen Newsrooms postiert sein. „Sie können sich leicht ausrechnen: Wir brauchen mindestens vier, fünf Redakteure, wenn wir das über sieben Tage in der Woche machen", zitiert das Medium Magazin Peters. So hofft der Blattmacher mehr Leser über das Social-Web gewinnen zu können. Bislang liege die Zahl der über Facebook und Twitter angelockten Leser "im niedrigen einstelligen Prozentbereich", viele US-Medien erreichten schon 20 Prozent.

Zudem will der Welt-Chef, ähnlich wie Buzzfeed oder die Huffington Post, künftig noch stärker analysieren, was die Leser wirklich gerade interessiert und ihnen so noch passgenauere Inhalte liefern. Dazu sucht der Berliner Experten, die mit journalistischem Gespür Daten über Nutzerströme analysieren.

Eine dritte Gruppe, in die Springer investieren will, ist ein gänzlich klassischer Bestandteil vieler Redaktionen. So sollen künftig wieder alle Texte, die unter der Marke Welt erscheinen auch Korrektur gelesen werden. Bislang passiere dies nur bei der Hälfte der monatlich 3000 Zeitungsseiten und 5000 Online-Geschichten. "Die Qualität wird steigen, wenn – wie früher in der Zeitung – alles klassisch Korrektur gelesen wird."

Einschränkend merkt Peters jedoch auch an, dass man natürlich auch weiter strikt auf die Kosten achten wolle.

Die Einstellungs-Offensive passt zu den Springer-Aktivitäten der vergangenen Wochen, bei denen immer deutlicher wurde, dass der Verlag durchaus bereit ist, auch weiterhin in Journalismus zu investieren. So wurden die ehemaligen Spiegel-Macher Stefan Aust, Georg Mascolo (offiziell noch unbestätigt) und Matthias Matussek verpflichtet. Gleichzeit stocken die Berliner seit Monaten bereits massiv ihre eigenen Software-Entwickler-Kapazitäten auf.

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