Facebook als „kaputtes Produkt“

Es ist das "Trending Topic" in der Tech-Blogosphäre: Der Artikel des Business Insiders über Facebook, der das weltgrößte Social Network als "kaputtes Produkt" beschreibt, das "unter seiner Last" kollabiert. Das Argument: Der Newsfeed ist Facebooks Segen und Fluch zugleich. Immer unübersichtlicher wird der Wust an geteilten Inhalten, der Nutzer am Ende kapitulieren lässt: Man bekommt einfach nur noch einen Bruchteil mit. Hinzu kommt der schnelle Aufstieg von Snapchat, WhatsApp & Co.

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Es ist das "Trending Topic" in der Tech-Blogosphäre: Der Artikel des Business Insiders über Facebook, der das weltgrößte Social Network als "kaputtes Produkt" beschreibt, das "unter seiner Last" kollabiert. Das Argument: Der Newsfeed ist Facebooks Segen und Fluch zugleich. Immer unübersichtlicher wird der Wust an geteilten Inhalten, der Nutzer am Ende kapitulieren lässt: Man bekommt einfach nur noch einen Bruchteil mit. Hinzu kommt der schnelle Aufstieg von Snapchat, WhatsApp & Co.

Es gibt viel zu bejubeln in Menlo Park zum Jahresende: Das zehnte Jahr des Bestehens ist fraglos Facebooks größtes. Das weltgrößte Social Network ist im mobilen Internet angekommen: Die Werbeerlöse über die App explodieren, während die Übernahme von Instagram 18 Monate später wie eines der größten Schnäppchen der Internet-Geschichte aussieht.

Belohnung nach furiosen zwölf Monaten: Der  Wert der Aktie hat sich mal eben verdoppelt: Bei Allzeithochs auf 55 Dollar ist Facebook schon 134 Milliarden Dollar wert – das ist mehr als jeder deutsche Konzern. Tatsächlich ist das Social Network nach dem Börsenwert hinter Google und Amazon bereits zur Nummer drei des Web aufgestiegen.

Die Fülle des Newsfeeds erdrückt: zuviel ist zuviel

Doch der Aufstieg kommt nicht ohne Risiken, findet das Blog-Konglomerat Business Insider, das diese Woche einen bemerkenswerten Artikel veröffentlichte. Titel: "Facebook ist in sich ein kaputtes Produkt, das unter seiner Last kollabiert." Die Last? Das Teilen.        

Jahr für Jahr rühmt sich Mark Zuckerberg bei immer neue Produktpräsentationen mit Charts, die exponential nach oben zeigen. Mehr, mehr, mehr bedeutet allerdings für den Nutzer nicht immer besser, besser, besser. Inzwischen erscheint die Fülle des Newsfeeds erdrückend: zuviel ist zuviel.

"Das wichtigste Produkt, der News Feed, ist kaputt"

1.500 mögliche Inhalte gibt es für den Durchschnittsnutzer zu sehen, wenn er auf Facebook geht, hatte das weltgrößte Social Network unlängst enthüllt. Dass Facebooks Algorithmus die vermeintlich relevantesten Inhalte vorfiltert, machte die Sache nicht unbedingt besser, nur übersichtlicher – was ist mit den anderen 97% der geteilten Inhalte, die interessant sein könnten?

"Facebook hat ein Produkt-Problem", folgert Analyst Benedict Evans. "Das wichtigste Produkt, der Newsfeed, sei kaputt. Bei 1.500 Mails, die jeden Tag einlaufen, würde man schließlich auch nicht sagen: Ich brauche einen besseren Algorithmus." Evans Folgerung: Nutzer wenden sich ermüdet den neuen Shootingstars wie Snapchat und WhatsApp zu.  

Angesichts der schieren Größe von fast 1,2 Milliarden Nutzern erscheint ein Abgesang auf den Netzwerk-Riesen übereilt. Doch wie schnell sich die neuen Emporkömmlinge formieren, war 2013 exemplarisch zu beobachten: WhatsApp verkündete gestern de Durchbruch durch die 400 Millionen Nutzer-Marke – das sind allein 50 Millionen mehr als noch vor zwei Monaten.

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