Weniger Geld für Redakteure ohne Volo?

Keine Sicherheit für Zeitungsjournalisten vor Jahresende: Auch die sechsten Tarifverhandlungen zwischen dem Bundesverband Deutscher Zeitungen (BDZV) und dem Deutschen Journalistenverband (DJV) sowie der Deutschen Journalistenunion (dju) gingen ohne Einigung aus. Erneute Vorschläge zu Gehaltsstrukturierungen für Journalisten lehnten die Gewerkschafter entschieden ab. Der BDZV hatte u.a. gefordert, Journalisten ohne Ausbildung tariflich schlechter stellen zu wollen.

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Wie der DJV nach den Verhandlungen mitteilt, sollen Gehälter für Redakteure ohne journalistische Ausbildung geringer ausfallen als für klassisch Ausgebildete. Konkrete Zahlen nannte der Verband nicht, die Vergütungen sollen allerdings zwischen denen für Volontäre und ausgebildete Redakteure liegen. Zusätzlich konkretisierten die Arbeitgeber ihre Pläne für ein neues Modell der Gehaltserhöhungen. So sollen Redakteursgehälter nur noch bis zum achten Berufsjahr automatisch steigen. "Weitere Einkommenszuwächse sollten dann an so genannte besondere Funktionen gekoppelt werden", berichtet der DJV. Wessen Gehälter dann steigen, und vor allem auch wie hoch, würde die Chefredaktion entscheiden.
Weiterhin hielt der Verlegerverband auch am Regionalisierungsmodell des Tarifwerkes fest. Das vom BDZV getaufte "Tarifwerk Zukunft" sieht vor, vom einheitlich flächendeckenden Tarifvertrag Abstand zu nehmen. So sollten Gehälter zukünftig an die Kaufkraft einzelner Regionen gekoppelt werden. In strukturschwachen Gegenden würden Einkommen dann geringer ausfallen. Konkrete Pläne wurden bisher nicht genannt. Diesem Konzept hatte der DJV bereits nach den ersten Tarifverhandlungen im Sommer eine Absage erteilt.
Die Verleger hätten "kein verbessertes Angebot für eine angemessene Gehalts- und Honorarerhöhung vorgelegt und bestehen nach wie vor auf sofortigen Einsparungen durch Kürzungen beim Urlaubsgeld und Jahressonderzahlungen", kritisiert der dju-Unterhändler Frank Werneke. Die Gehaltserhöhungen für Redakteure würden bedeuten, "dass für Kolleginnen und Kollegen mit Erfahrung und Kompetenz, selbst wenn sie sich regelmäßig weiterbilden, bei 3500 Euro im Monat das Ende der Fahnenstange erreicht wäre." Das seien "gerade mal 500 Euro mehr als das jetzige Einstiegsgehalt."
Die Gewerkschaften fordern für die rund 14.000 Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen flächendeckende Gehaltserhöhungen von bis zu sechs Prozent. Die neuen Tarife sollen dabei nicht nur für Festangestellte, sondern auch für freie Journalisten sowie auch Onlinejournalisten gelten. Die Gegenseite lehnt dies bisher kategorisch ab.
Die Verhandlungen werden nun mit ins kommende Jahr getragen. Zur nächsten Runde am 5. Februar 2014 wollen nun die Gewerkschaften ein Konzept ausarbeiten, "das die Basis für weitere Verhandlungsrunden mit den Verlegern bilden" solle. Dabei soll auch ein Umbau der Tarifverträge möglich sein.
Zum Ende des Jahres laufen die aktuellen Tarifverträge aus. Für Redakteure, die bereits angestellt sind, wird das keine Auswirkungen haben. Bis ein Verhandlungsergebnis vorliegt, besteht für Neueinstellungen in 2014 allerdings keine tarifliche Grundlage.  

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