Tech-Titanen fordern von Obama NSA-Reform

Gipfeltreffen des Silicon Valleys mit US-Präsident Obama: 15 CEOs und hochrangige Manager der Tech-Branche trafen gestern zu einem zweistündigen Dialog mit US-Präsident Barack Obama zusammen. Apple-Chef Tim Cook und Google-Aufsichstratschef Eric Schmidt waren ebenso dabei wie Yahoo-CEO Marissa Mayer und ihr Amtskollege von Twitter, Dick Costello. Die Techbranche, traditionell eng mit der Obama-Administration verbunden, fordert nach dem NSA-Skandal ein Umdenken von der US-Regierung.

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Es gibt dieses ikonische Foto aus dem Februar 2011: Barack Obama trifft Branchengrößen des Silicon Valley. Neben dem US-Präsidenten sitzen der aufstrebende Jungspund Mark Zuckerberg, der damalige Google-CEO Eric Schmidt und, natürlich, der Größte, den das Valley je gesehen hat: Apple-Gründer Steve Jobs. Doch ein bleierner Schleier liegt über Zusammenkunft: Steve Jobs ist krank, sehr, sehr krank – es ist sein Abschiedsdinner, jeder im Raum weiß das. 
Fast drei Jahre später hat US-Präsident Obama, inzwischen in seiner zweiten Amtszeit wiedergewählt, erneut die großen Protagonisten des Technologie- und Internet-Szene an einem Tisch versammelt. 
Silicon Valley beunruhigt über NSA-Entwicklung
Es sind teilweise die gleichen Gesichter: Eric Schmidt, inzwischen Aufsichtsratschef bei Google, ist dabei, Dick Costelo und Reed Hastings, immer noch die CEOs bei Twitter und Netflix, ebenso – teilweise ist auch die nächste Manager-Generation mit Yahoo-Chefin Marissa Mayer oder Facebook-COO Sheryl Sandberg versammelt. Gegenüber von Obama sitzt der Chef des wertvollsten Konzerns der Welt, der schmerzlich daran erinnert, was sich seit dem letzten Mal verändert hat: Es ist Steve Jobs’ Nachfolger Tim Cook. 
Wieder liegt über der Zusammenkunft ein Schatten. Diesmal kommt er von der Obama-Administration selbst: Es ist der NSA-Skandal, der das Silicon Valley nachhaltig empört hat. "Die Regierung hat versagt", wählte selbst Facebook-Chef Mark Zuckerberg zuletzt unverhohlene Kritik – und schickte diesmal seine Stellvertreterin Sheryl Sandberg nach Washington. 
Techbranche fordert "aggressiven Reformen" der Geheimdienste
Dort erneuerten die Top-Vertreter der Techbranche ihre Forderung nach "aggressiven Reformen" der Geheimdienste und seiner Aktivitäten. Barack Obama ließ  unterdessen verbreiten, das Weiße Haus bekenne sich zu einem "offenen und freien Internet". 
Was die Zusammenkunft am Ende tatsächlich bewirkt, bleibt offnen. Dem von der NSA-Affäre angeschlagenen US-Präsident bringt das Treffen mit den Tech-Titanen zumindest ein weiteres ikonisches Foto, das ihn diesmal fraglos besser aussehen lässt als der Selfie vor einer Woche auf der Trauerfeier von Nelson Mandela.       
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