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Twitter: nach Allzeithochs droht der Abstieg

Nach einem traumhaften Börsenstart und einer furiosen zweiten Käuferwelle scheint die Twitter-Aktie allmählich die Grenzen der Schwerkraft an der Wall Street kennenzulernen. Bei enormen 60 Dollar stellte der 140-Zeichen-Dienst ein neues Allzeithoch auf – dann entfaltete die erste Herunterstufung des Börsenüberfliegers ihre Wirkung. Die Luft wird dünner: Analysten finden, die Twitter-Aktie ist zu heiß gelaufen. Die neuen Kursziele liegen wesentlich niedriger.

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Nach einem traumhaften Börsenstart und einer furiosen zweiten Käuferwelle scheint die Twitter-Aktie allmählich die Grenzen der Schwerkraft an der Wall Street kennenzulernen. Bei enormen 60 Dollar stellte der 140-Zeichen-Dienst ein neues Allzeithoch auf – dann entfaltete die erste Herunterstufung des Börsenüberfliegers ihre Wirkung. Die Luft wird dünner: Analysten finden, die Twitter-Aktie ist zu heiß gelaufen. Die neuen Kursziele liegen wesentlich niedriger.

James Cramer hatte einmal mehr seinen großen Moment. „Ich möchte, dass mich meine Familie so sehr liebt wie die Börse Twitter“, erklärte die Wall Street-Ikone am vergangenen Donnerstag in seiner Sendung „Mad Money“ auf CNBC.

„Es ist diese Art von grenzenloser Liebe, bei der man sich nie entschuldigen muss. Es ist wie im Billy Joel-Song: ‚Ich liebe Dich, so wie Du bist‘.  Twitter erlebt an der Wall Street gerade eine Liebe, auf die ich ziemlich neidisch bin – denn ich werde sie niemals bekommen.“ James Cramer in Hochform.

TWTR $60: Schon wieder neue Allzeithochs

Die Liebesbeziehung erreichte gestern einen neuen Höhepunkt: Nun schon Notierungen von 60 Dollar leuchteten kurzfristig zum Handelsstart an der NYSE auf  – vor einer zwei Wochen waren es weniger als 40 Dollar gewesen. Dabei entsprach selbst dieses Kursniveau immer noch einem traumhaften Polster nach einem furiosen Börsenstart.

Zur Erinnerung: Nach drei Anhebungen der Ausgabekurses war Twitter im November bei 26 Dollar an der Wall Street debütiert. Auch nach schnellen Kurszuwächsen von fast 100 Prozent zum Börsenstart hielt sich die Verkaufsbereitschaft von glücklichen Zeichnern in der Folge jedoch ziemlich in Grenzen – die Twitter-Aktie hielt sich mit Ausnahme eines Handelstages wacker über der 40-Dollar-Marke.


Zweite Chance verpasst: Twitter-Aktie zieht schon wieder um 50 Prozent an

In der Rückschau war dies die zweite Chance für alle Anleger, die bei der Zeichnung nicht zum Zuge gekommen waren. Nur ein Monat nach dem IPO war der 140-Zeichendienst schon wieder auf neue Allzeithochs geklettert. Und der Gipfelsturm ging immer weiter: Allein in den vergangenen zehn Handelstagen legte die Twitter-Aktie um rasante 50 Prozent zu.

Treiber der jüngsten Kursentwicklung ist vor allem eine Mitteilung der vorvergangenen Woche: So soll die werbetreibende Industrie künftig neue Anzeigen-Möglichkeit bekommen. Demnach sollen künftig sogenannte Retargeted Ads auf die mobile App kommen: Das sind Anzeigen, die sich an vorherigen Besuchen im Internet orientieren.

Wer ein neues Sofa oder einen neuen Fernseher gesucht hat, wird daran künftig bei Twitter durch Retargeted Ads erinnert werden. Für den notorisch defizitären 140-Zeichen-Dienst ist das eine neue Erlösquelle, die an der Wall Street für entsprechende Fantasie sorgt.

Analysten senken den Daumen: Kursziele von 50 bis 30 Dollar

Doch irgendwann wird die Party selbst den größten Enthusiasten zu wild. Robert Peck, Analyst bei SunTrust Robinson Humphrey, stufte Twitter gestern von „kaufen“ auf „halten“ herunter. Das Kursziel liegt bei 50 Dollar – in der Spitze gestern fast 20 Prozent unter dem aktuellen Niveau.

Peck ist nicht der einzige Analyst, der nach dem jüngsten Traumlauf an der Börse kalte Füße bekommt. Brian Wieser von Pivotal Research Group fällte vergangene Woche ein weitaus harscheres Urteil als sein Branchenkollege: Kursziel 30 Dollar – verkaufen. Demnach stünde dem Börsenstarshootingstar des Jahres im nächsten Jahr einiges bevor: Twitter schloss gestern bei 56 Dollar.

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