Tablet-Magazine in Apples iOS-Falle

Wer in Apples Newsstand mit einem eigenen Magazin vertreten ist, der hat es seit einigen Monaten schwer - zumindest, wenn man der Kritik einiger Publisher Glauben schenken mag. Denn mit dem radikalen Redesign von iOS 7 hat Apple auch sein hauseigenes Magazin-Kiosk überarbeitet. Nutzer hatten zuvor kritisiert, dass sich die Anwendung nicht in einem Unterordner verstecken und stumm schalten lässt. Das ist jetzt möglich. Seitdem kämpfen Digital-Magazine gegen die Unsichtbarkeit.

Denn gerade die prominenten Platzierung auf dem Homescreen von Apples iPhone, iPad und iPod touch in Verbindung mit einem kleinen Reminder über dem Icon garantierte Publishern eine enorme Reichweite für ihre Digital-Magazine. Denn der Newssstand war auf allen iOS-Geräten vorinstalliert und ließ sich weder löschen noch in einen Unterordner verschieben. Wer ein E-Mag abonniert hatte, wurde praktischerweise informiert über einen neue Ausgabe. Doch viele Nutzer wollten die App vom Homescreen verschwinden lassen.
Offenbar überwog die Kritik: In iOS 7 können Nutzer tatsächlich Newsstand in einem Unterordner verstecken. Dort fristen viele E-Magazine nun ein Schattendasein. Hat Apple etwa die Lust am elektronischen Publizieren verloren? Diesen Verdacht bringt zumindest Eddie Vassallo auf GigaOM auf. Für ihn hat sich der elektronische Kiosk vom ehemals heiligen Gral der Verlagsbranche zum irrelevanten Dienst entwickelt. Hamish Mckenzie berichtet zudem auf Pandodaily von Glenn Fleishman, der für sein E-Mag “The Magazine” von der Branche gelobt worden war. Mittlerweile würde er Post von Nutzern bekommen, die sich darüber beklagen, nicht über eine neue Ausgabe unter iOS informiert worden zu sein.
So bitter es für die Verlagsbranche im digitalen Wandel auch ist: Auf den mobilen Endgeräten zählen Zeitschriften nicht zu den großen Umsatzbringern. Hier führen Spiele, Messenger und Web-Dienste das Ranking an. Für Vassallo ist indes klar: Newssstand schafft sich selbst ab. Das führt wiederum dazu, dass Publisher und Verlage einmal mehr aus der Komfortzone heraus müssen. Die Zeit, in denen sich Magazine mit Indesign und entsprechenden Apps in ein E-Mag umwandeln ließen, scheinen vorbei. Die Zukunft liegt laut Vasallo in regulären Apps abseits digitaler Kioske. Diese erfordern allerdings einen enormen Programmieraufwand, der wiederum mit Investitionen und Folgekosten verbunden ist. Der digitale Wandel, er scheint auch abhängig davon, wie ein Gerätehersteller sein Betriebssystem gestaltet …

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