Springer eröffnet ständiges Valley-Büro

Springer arbeitet weiter unter Hochdruck an seiner Transformation zum Digital-Player: So schickt Vorstandschef Mathias Döpfner nun seinen Assistenten, Anton Waitz, unbefristet ins Silicon Valley. Der Springer-Scout soll eine ständige Repräsentanz aufbauen und frühzeitig Startup-Projekte identifizieren. Zeitgleich treibt der Verlag seine Pläne voran, in Berlin einen neuen Springer Campus zu bauen, der für eine digitale Arbeitswelt 2.0 stehen soll.

Die Strategie hinter der Installation des neuen Talent-Jägers ist dem Umstand geschuldet, dass sich die Berliner gerne stärker in der US-Web-Szene engagieren wollen, sich – trotz der eigenen Top-Bilanzen – Investments in bereits arrivierte Netz-Firmen aber selbst kaum leisten können.

Also lautet nun die Taktik, sich so früh wie möglich an guten Projekten zu beteiligen, um die Kosten gering zu halten. Gleichzeitig erhöht sich bei solch einem Vorgehen dann allerdings auch die Möglichkeit, dass das finanzierte Projekt scheitert. Wie das Handelsblatt berichtet, soll Waitz bis zu zehn Millionen Euro pro Beteiligung ausgeben dürfen. Ob der 32-Jährige dabei auf die Hilfe des Accelerators Rocket Space in Anspruch nehmen kann, scheint noch unklar. Dessen Unterstützung soll nicht ganz billig sein.

Neben seinem Job als Web-Einkäufer und Springer-Scout soll Waitz außerdem die bereits vor Ort bestehenden Aktivitäten wie das Joint Venture mit dem Plug & Play Tech Center betreuen und ausbauen. Das "Visiting Fellows"-Programm, im Zuge dessen Bild-Boss Kai Diekmann und Chefvermarkter Peter Würtenberger ins Silicon Valley reisten, bleibt auch weiterhin bestehen. Zur Zeit sind der Welt-Vize Frank Schmiechen und der Leiter der Ahrensburger Druckerei, Thomas Drensek, in der Springer-WG in Palo Alto.

Auch bei Springer in Berlin dürfte bald ein Hauch von Silicon-Valley-Atmosphäre durch die Büros wehen. Immerhin plant der Verlag nach US-Vorbild den Neubau eines Springer-Campus. An der entsprechenden Ausschreibung nahmen 18 deutsche und internationale Architektenbüros teil. In einer ersten Runde konnte die Jury allerdings zu keinem Ergebnis kommen. Jetzt wird geprüft, welche der drei besten Entwürfe sich überhaupt bauen lassen.

"Aufgabe war es, Ideen zu entwickeln, um für die wachsenden Unternehmensbereiche von Axel Springer, darunter vor allem die digitalen Angebote, zusätzliche Räumlichkeiten zu schaffen und mit der geplanten Baustruktur in Atmosphäre, Nutzungsmöglichkeiten und Raumgestaltung neue Standards für eine moderne Arbeitsumgebung zu setzen“, erklärt der Verlag. Alle drei Entwürfe würden "Lust auf neue Standards in der Zusammenarbeit innerhalb unseres Verlags" machen, erklärt Döpfner. Mit einer ähnlichen Zielsetzung wird er auch seinen Assistenten nun ins Silicon Valley verabschiedet haben.

Mehr zum Thema

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*