Wie das Bildblog mal die Bild verteidigte

Die Aufgabe, das wahre Alter von Vicky Leandros alias Vicky Freifrau von Ruffin herauszufinden, schweißt sogar zwei ehemals unversöhnliche mediale Gegenspieler zusammen: das Bildblog und die Bild-Zeitung. Markus Lanz freut sich in seiner Talkshow über Nackt-Demonstrantinnen, Jan Böhmermann deckt doofe Werbung bei Focus Online auf und ein Werbespot von den Philippinen zeigt überdeutlich die immer noch herrschenden Rollenklischees über Männer und Frauen in der Berufswelt.

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Dass es dazu jemals kommen würde: Diese Woche hat das Bildblog die Bild-Zeitung verteidigt! Jawohl! In der weltbewegenden Frage, wie alt Vicky Leandros eigentlich ist. 61? 64? Oder irgendwas dazwischen? Was manche nicht wissen: Die gealterte Chanteuse galt als absolutes Darling der ebenfalls gealterten Medienelite. Bei ihren Partys tummelte sich zumindest früher die Medien- und Politikprominenz. Von Stefan Aust über Liz Mohn bis zu Guido Westerwelle, Klaus Wowereit und Bild-Chef Kai Diekmann samt Frau. Umso erstaunlicher, dass eben jene Vicky Freifrau von Ruffin der Bild-Zeitung über das Anwaltsbüro Nesselhauf (das sind die mit Gerhard Schröders nicht gefärbten Haaren) mitteilen ließ, dass sie nicht damit einverstanden sei, dass die böse Bild des öfteren eine falsche, nämlich zu alte, Altersangabe an ihren Namen hängt. Kai Diekmann machte das Schreiben des Anwalts Michael Nesselhauf via Twitter öffentlich.

Und das Bildblog sekundierte mit einer schönen Aufstellung, die nahelegt, dass es gar nicht so einfach ist herauszufinden, wie alt Vicky Freifrau von Ruffin wirklich ist. Das Bildblog milde: “Insofern mag man der "Bild"-Zeitung, die eh eine ausgewiesene Altersangabenschwäche hat (wie wir in den ersten Jahren von BILDblog gründlich dokumentierten), ausnahmsweise verzeihen, dass sie gelegentlich, wenn sie schon mal das Alter angibt, abweichende Zahlen nennt.” Zwei Fragen: 1. Hätte “die Vicky” (Medien-Fachjargon) auch einen Anwalt in Marsch gesetzt, wenn die Bild sie jünger gemacht hätte? 2. Wie ist die denn drauf?

Da hat Markus Lanz sich diese Woche im stern mal ausführlich zum Dauershitstorm gegen ihn und “Wetten dass..?” geäußert und vielleicht auch ein paar nicht ganz falsche Sätze gesagt – zack! Sofort hat er den DJV an den Hacken. “Geht’s noch, Herr Lanz?”, fragte der Journalistenverband. Dass der viel Gescholtene eigentlich ein Guter ist, zeigte er auch wieder in dieser Woche, als zwei Nackt-Demonstrantinnen die Bühne seiner ZDF-Talkshow stürmten. Lanz blieb cool und schaffte es trotz eifriger Sicherheitsmenschen, dem einen Begleiter der beiden schreienden Damen ein Mikro vor die Nase zu halten, so dass der seine Kritik an der Vergabe der Fußball-WM nach Katar äußern konnte. Das war souverän von Markus Lanz. Die Frage bleibt, warum er diese Souveränität nicht auf die große “Wetten dass..?”-Bühne übertragen kann.

Vielleicht könnte Jan Böhmermann ja mal probeweise “Wetten dass..?” moderieren. Ist aber unwahrscheinlich, weil sich Böhmermann in seinem “Neo Magazin” ganz augenscheinlich sauwohl fühlt. Da hat einer das Format gefunden, das wie angegossen passt. Böhmermann ist auch ein aufmerksamer Medienbeobachter. So fiel ihm bei Focus Online diese Woche auf, dass die angeblich immer so superschlauen, von Algorithmen verteilten Online-Anzeigen vielleicht nicht immer so eine Spitzen-Idee sind:

Wir schließen diesen Wochenrückblick ausnahmsweise mal mit Werbung. Und zwar mit Werbung für die Haarpflegeprodukte von Pantene. Die Agentur BBDO Guerrero in Manila hat für Pantene auf den Philippinen diesen Spot gemacht, der auf eindrucksvolle Art und Weise die unterschiedlichen Rollenklischees von Männer und Frauen in der Business-Welt aufzeigt. Wirklich toll gemacht. Und die Musik dazu ist auch ganz wunderbar …
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Schönes Wochenende! 

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