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„Sorge um die Qualität des Programms“

Wie sieht das Fernsehen in fünf Jahren aus? Die Studie "FernsehVisionen", im Auftrag der eutelsat visAvision GmbH, wirft einen Blick in die deutschen Wohnzimmer und stellt fest: Uns erwartet erst einmal keine TV-Revolution. Dennoch müsste die Branche auf sich abzuzeichnende Trends reagieren. So wird beispielsweise die parallele Nutzung von First und Second Screen als Herausforderung gesehen, die für die Werbebranche und somit auch für die werbefinanzierten Sender schnell zu einem ernsthaften Problem werden kann.

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Der Experten-Studie zufolge sei der größte Trend die Entlinearisierung, sprich: die Loslösung von Zeit- und Programmvorgaben. Durch die junge, technik-affine Generation und die Verfügbarkeit von non-linearen Produkten wie Watchever oder Maxdome wird dieser Trend immer weiter zunehmen. Dem Altersdurchschnitt unserer Gesellschaft sei es aber zu verdanken, dass der lineare Konsum von TV-Angeboten derzeit noch dominiert. 
Auch die parallele Nutzung von First und Second Screen, TV und Internet wird als große Herausforderung gesehen. Denn der ständige Aufmerksamkeitswechsel hat vor allem für eine Branche enorme Auswirkungen: Die TV-Werbung. Zwar wird diese in fünf Jahren noch die wichtigste Werbeform sein, doch es müssten Sendungen und Konzepte entwickelt werden, die ein größeres Publikum vor den Fernseher locken. Nur so könnten Werbekunden weiterhin eine attraktive Reichweite angeboten werden und das TV-Programm der Privaten finanziert werden.
Exklusive Sendungen müssten dabei so gestaltet werden, dass eine direkte Verfolgung über den Fernseher unerlässlich ist, da sie im Idealfall am Folgetag die Gesprächsthemen beherrschen. Die Sender sollten im Zuge dessen verstärkt auf Live-Events setzen, um werberelevante Quoten erzielen zu können. Der Studie zufolge werden Hollywood-Blockbuster dagegen nicht mehr die bisher gewohnten Zuschauerzahlen erreichen.
Dadurch, dass Sendungen mittlerweile über verschiedene Übertragungswege abgerufen werden können, müssten Sender- und Programm-Marken verstärkt gepflegt werden, um ein Absinken der Senderrelevanz zu verhindern. Eine Bindung wie die des "Tatorts" an die ARD werde es in Zukunft aber nicht mehr geben. Spartensender wie Sixx, ProSieben Maxx oder Sat.1 Gold werden dagegen noch häufiger im TV-Programm zu finden sein. Diese "Vernischung" führt jedoch auch zu einem Rückgang der Reichweite und stellt somit ein großes Problem für die werbefinanzierten Sender dar. Damit einher geht die Sorge um die Qualität des Programms.
Für die Pay-TV Sender sieht die Zukunft allerdings rosig aus: "Die Zahlungsbereitschaft für Bewegtinhalte wird in fünf Jahren eher höher liegen als heute", heißt es in der Studie. Das Programmangebot im zahlungspflichtigen Bereich müsse sich jedoch durch hohe Qualität und Exklusivität auszeichnen, um weiterhin erfolgreich zu sein. Ein weiterer Vorteil sind allerdings die non-linearen Angebote, die beispielsweise Sky seinen Kunden bietet. So können Abonnenten des Pay-TV-Senders unabhängig von der Uhrzeit gewünschte Inhalte abrufen. Pay-TV-Sender sind – zumindest in dieser Hinsicht – den linearen Programmen überlegen. 
Für die Studie, die von der Gfk im Auftrag der Eutelsat avision GmbH durchgeführt wurde, wurden 40 Entscheider aus acht Bereichen der Fernsehbranche befragt – von Hardware, Herstellern über Pay TV-Anbieter bis hin zu Produzenten. Damit ist die Umfrage nicht repräsentativ. 

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