„GroKo“ ist das Wort des Jahres 2013

2012 war es die "Rettungsroutine", 2011 der "Stresstest." Auch dieses Jahr hat die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) aus rund 2.400 Begriffen die "Wörter des Jahres 2013" gewählt. Die Liste setzt sich dabei aus den zehn Wörtern zusammen, die dieses Jahr in der öffentlichen Diskussion besonders präsent waren. Auf Platz 1 schaffte es diesmal allerdings kein Wort – sondern die Abkürzung "GroKo" für die geplante große Koalition aus CDU/CSU und SPD. Platz zwei belegt der "Protz Bischof" Franz-Peter Tebartz-van Elst.

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Kommt die Große Koalition oder kommt sie nicht? Kaum eine Diskussion hat die Nachrichten in den vergangenen Monaten so sehr beschäftigt wie die Einigung zwischen CDU und SPD. Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat nun das entsprechende Kurzwort "GroKo" zum Wort des Jahres gekürt. Damit ist das "Wort des Jahres" erstmals kein richtiger Begriff, sondern eben nur eine Abkürzung bzw. ein Hashtag. "Das Wort zeigt in seinem Anklang an »Kroko« bzw. »Krokodil« eine halb spöttische Haltung gegenüber der sehr wahrscheinlichen Koalition aus CDU/CSU und SPD auf Bundesebene und hat die Presse bereits zu neuen Bildungen wie GroKo-Deal animiert", erklärt die GdfS ihre Entscheidung.
Für reichlich Spott hat 2013 auch die katholische Kirche gesorgt. Der "Protz-Bischof" Franz-Peter Tebartz-van Elst belegt daher Platz 2 des Rankings. Der Gegenpol zu Protz und Prunk, nämlich die  "Armutseinwanderung" belegt Platz 3. Die "Zinsschmelze", die im Zusammenhang mit der Eurokrise oft im Fokus der Medien stand, landete auf Platz 4.
Nachdem "GroKo" schon eine außergewöhnliche Wahl für ein Wort des Jahres ist, könnte auch die Entscheidung für "Big Data" (Platz 5) für Gesprächsstoff sorgen. Obwohl die NSA-Affäre natürlich eine der größten Diskussionen des Jahres auslöste, entschied sich die Gesellschaft für deutsche Sprache in diesem Fall für eine englische Bezeichnung. 
Auf Platz 6 steht das in innenpolitischen Zusammenhängen sehr häufig verwendete Wort "Ausschließeritis." "Die Bildung erinnert an Bezeichnungen von Krankheiten, die ja häufig auf –itis enden, und beschreibt im übertragenen Sinne auch etwas wie eine politische Krankheit", so die GfdS. Natürlich blieb auch die Jahrhundertflut nicht ungeachtet: "Generation Sandsack" belegt Platz 7. Das Aufregerthema "Ausländermaut" landet auf Platz 8.
Platz 9 belegt passenderweise die "falsche Neun", die eine strategische Spielweise im Fußball ohne klassischen Mittelstürmer beschreibt. Auf Platz 10 findet sich noch einmal die NSA-Affäre wieder – diesmal allerdings mit dem deutschen Begriff "Freund hört mit."

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