Der DFB sucht Social Media-Redakteur

Traumjob für jeden sportbegeisterten Journalisten mit Internet-Affinität: Der Deutsche Fußball Bund (DFB) sucht einen Social Media-Redakteur. Der geeignete Kandidat sollte neben der entsprechenden journalistischen Ausbildung eine "fundierte Berufserfahrung im Bereich Social Media", "einen sehr guten und sicheren Schreibstil" und etwa "Erfahrung mit den gängigen Online-Redaktionssystemen, mitbringen. Überraschend: Der Bewerber muss nur "idealerweise fußballinteressiert" sein.

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"Den ganzen Tag surfen, chatten, twittern" – das ist, wie sich das Hamburger Abendblatt das Berufbild des Social Media Managers vorstellt. "Immer mehr Hamburger beschäftigen Spezialisten für die Kundenkommunikation über Social Media-Kanäle wie Facebook", berichtet das Ex-Springer-Blatt am vergangenen Wochenende aufgeregt in seinem Wirtschaftsressort. Der Tenor in der Holzpresse  ist unüberhörbar: Da geht was mit Social Media. Siehe da: Mitten in Krisenzeiten des Journalismus ist das ein Berufsbild mit Zukunft entstanden.
Das dachte sich offenkundig auch der altehrwürdige Deutsche Fuball-Bund (DFB), der tatsächlich ganz geschichtsträchtig im Jahr 1900 gegründet wurde – eine Zeit, in der Thomas Edison bereits die Grundlagen der Tonaufzeichnung geliefert hatte  und Nikola Tesla an den ersten Übertragungsgeräten arbeitete, die später beim Radio zum Einsatz kommen sollten. 
DFB-Social Media-Redakteur: Bewerbung bis zum 17. Januar
114 Jahre später ist der Ball immer noch rund – doch die Kommunikationsmechanismen haben sich grundlegend geändert. Fußballspieler teilen sich längst am liebsten selbst mit – und das sehr gerne schriftlich über 140 Zeichen oder immer neuen Schnappschüssen. Und wenn sich dann noch die Spielerfrauen mit aufs Bild drücken oder ihre eigenen Kurznachrichtenkanäle anlegen, droht die Sache gänzlich unübersichtlich zu werden. 
Die Kommunikation im Social Media-Zeitalter bedarf also einer strategischen Herangehensweise – mithin: eines Social Media Redakteurs, hat der DFB erkannt. Also wird  ein solcher per Stellenausschreibung nun bis zum 17. Januar von der DFB-Online mbH, einer DFB-Tochter, die sich um den Online-Auftritt kümmert, in Frankfurt gesucht.    
Stellenbeschreibung: "teamfähig, lösungsorientiert, internet- und technikaffin"
Was sollte der ideale Social Media-Redakteur, der die DFB-Online Redaktion unterstützt sowie "den Relaunch einer bereits bestehenden Internetseite mit dem Schwerpunkt Amateurfußball" betreut, nun mitbringen? Neben einer entsprechenden journalistischen Ausbildung werden eine "fundierte Berufserfahrung im Bereich Social Media, einen sehr guten und sicheren Schreibstil und etwa Erfahrung mit den gängigen Online-Redaktionssystemen" wird erwartet – sowie "sehr gute Kenntnisse der deutschen und englischen sowie bestenfalls einer weiteren Sprache in Wort und Schrift."
Und was zeichnet den neuen Social Media-Fachmann des DFB nun aus? Er oder sie ist "internet- und technikaffin, zuverlässig, souverän im Auftreten, eigeninitiativ und schnell im Erfassen von Zusammenhängen, teamfähig, lösungsorientiert und diplomatisch, kommunikations- und argumentationsstark, zeitlich flexibel und belastbar" und  – erst dann kommt etwas – "idealerweise fußballinteressiert."
Traumjob im WM-Jahr…
Klingt eher nach den Basis-Voraussetzungen, die ein Social Media Manager in jeder Online-Agentur mitbringen müsste. Man ahnt: Frau Luana Kinner von der Abteilung Personal und Zentrale Dienste dürfte im Januar eine wahre Mailflut an Bewerbungen erwarten. 
2014 ist schließlich das Jahr der Weltmeisterschaft, in dem es einiges zu twittern geben dürfte. Bis zum möglichen Ernstfall, wie der DFB ein mögliches Halbfinal-Aus gegen Gastgeber Brasilien erklären würde, gehen schließlich auch keine Jahre mehr ins Land…  
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