Twitter stürmt auf neue Allzeithochs

Die Wall Street liebt den 140-Zeichen-Dienst. Rund ein Monat nach dem furiosen Börsengang ist die Twitter-Aktie auf neue Allzeithochs jenseits der 50-Dollar-Marke gestürmt. Treiber der Entwicklung: Eine Verstärkung der Werbemöglichkeiten in der Zukunft. Vor allem jedoch scheinen Hedgefonds vor dem Jahresende ihre Bilanz nach einem altbekannten Muster aufzubessern: Was ohnehin schon gut gelaufen ist, wird nachgekauft ...

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Die Wall Street liebt den 140-Zeichen-Dienst. Rund ein Monat nach dem furiosen Börsengang ist die Twitter-Aktie auf neue Allzeithochs jenseits der 50-Dollar-Marke gestürmt. Treiber der Entwicklung: Eine Verstärkung der Werbemöglichkeiten in der Zukunft. Vor allem jedoch scheinen Hedgefonds vor dem Jahresende ihre Bilanz nach einem altbekannten Muster aufzubessern: Was ohnehin schon gut gelaufen ist, wird nachgekauft …

Twitter und die Börse: Das ist Liebe auf den ersten Blick. Auch nach Kurszuwächsen von fast 100 Prozent zum Börsenstart hielt sich die Verkaufsbereitschaft von glücklichen Zeichnern in der Folge ziemlich in Grenzen – die Twitter-Aktie ging in den vergangenen Wochen nicht in den freien Fall über und hielt sich mit Ausnahme eines Handelstages wacker über der 40-Dollar-Marke.

Dabei hätten glückliche Anleger, die bei der Zuteilung der Aktien zum Zuge kamen, durchaus Anlass gehabt, Kasse zu machen. Um enorme 92 Prozent schossen die Anteilsscheine von Twitter am ersten Handelstag in Höhe und touchierten für den Moment die 50 Dollar-Marke. Mehr als 25 Milliarden Dollar war Twitter zu diesem Zeitpunkt wert – es sah aus, wie ein Gipfel für längere Zeit.

Verpasste zweite Chance: 25 Prozent Plus in einer Woche

Es sah aus wie ein Gipfel für längere Zeit. Doch nur einen Monat nach dem IPO ist der 140-Zeichendienst schon wieder auf neue Allzeithochs geklettert. Allein in den vergangenen fünf Handelstagen legte die Twitter-Aktie um rasante 25 Prozent zu. Es war die zweite Chance für all jene, die beim Börsengang nicht zum Zuge kamen.

Doch eine Woche später scheint sie schon wieder vorbei. Bei 52 Dollar schloss die Twitter-Aktie gestern – eine glatte Verdopplung vom Startniveau Anfang November. Treiber der jüngsten Kursentwicklung ist vor allem eine Mitteilung der vergangenen Woche: So soll die werbetreibende Industrie künftig neue Anzeigen-Möglichkeit bekommen.

Panik-Käufe: "Niemand möchte die nächste Tesla oder LinkedIn verpassen"

Demnach sollen künftig sogenannte Retargeted Ads auf die mobile App kommen: Das sind Anzeigen, die sich an vorherigen Besuchen im Internet orientieren – wer ein neues Sofa oder einen neuen Fernseher gesucht hat, wird daran künftig bei Twitter durch Retargeted Ads erinnert werden.   

Für den notorisch defizitären 140-Zeichen-Dienst ist das eine neue Erlösquelle, die an der Wall Street für entsprechende Fantasie sorgt. Unterdessen treiben massenpsychologische Faktoren die Kurse in immer luftigere Höhen: "Das erinnert mich an Panik-Käufe", erläutert der renommierte Daytrader Timothy Collins. "Niemand möchte die nächste Tesla oder LinkedIn verpassen." Es geht schließlich schnell an der Börse …

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