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Barack Obama in der Selfie-Falle

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: US-Präsident Barack Obama weiß das. Und trotzdem sieht er auf einem Schnappschuss, der der AFP gelang, nicht gut aus – gar nicht gut aus. Es ist ein Foto vom US-Präsidenten, der feixend ein Foto schießt: von sich mit dem britischen Premier David Cameron und der dänischen Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt. Das Problem: Es entstand bei der Trauerfeier Nelson Mandelas. Reflexartig steht der Vorwurf der Pietätlosigkeit im Raum ...

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Josef Ackermann kennt das Problem. Da gibt es für einen Moment etwas zu lachen, obwohl es nichts zu lachen geben sollte. Es ist erster Verhandlungstag im Mannesmann-Prozess und dann macht Ackermann die Geste, die ihn bis zum Lebensende verfolgen dürfte: den Grinser, der das Victory-Zeichen macht. Es wird zum Symbol der Arroganz der Managermacht.

Barack Obama erlebte gestern auf der Trauerfeier für den verstorbenen ehemaligen südafrikanischen Staatspräsidenten Nelson Mandela seinen Ackermann-Moment. So eine Trauerfeier, die im Fußballstadion von Johannesburg stattfand, kann schon lange dauern. Vier Stunden waren es am Ende – vier Stunden, in denen irgendwann die Langeweile aufkommen kann.

Helle Thorning-Schmidt treibt Obama in die Selfie-Falle

Wie man sie sich am besten vertreibt, wusste offenkundig die gut gelaunte dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt, die neben Obama saß und mit dem US-Präsidenten scherzte. Dass der andauernde Smalltalk mit der attraktiven 46-jährigen Blondine bei Präsidentengattin Michelle nicht gut ankam, ist auf den Pressebildern der Trauerfeier unübersehbar – es ist jedoch nur der Nebenschauplatz.

Der Hauptschauplatz wird eröffnet, als Thorning-Schmidt Obama offenkundig gut gelaunt dazu animiert, diesen historischen Moment per Foto festzuhalten. Stilsicher wird daraus der wohl bekannteste Selfie des Jahres: der Smartphone–Schnappschuss, der im Jahr des Selfies noch gefehlt hat.

Grinse-Selfie bei der Mandela-Beerdigung: AFP hält den Moment fest

Thorning-Schmidt lacht, David Cameron lehnt sich lächelnd an das dänische Staatsoberhaupt und Barack Obama assistiert, wie ein Schuljunge, beim Auslösen des Fotos. Weit von Obama abgerückt: Die schmollende Präsidentengattin Michelle, die mit  so viel Nerdigkeit offenkundig wenig anfangen kann.

Obamas Problem: Der AFP-Fotograf Roberto Schmidt drückte in dem Moment ab, als Obama abdrückte. Entstanden ist ein ikonisches Foto, eins, das niemals hätte entstehen sollen: Ein US-Präsdident, der wie ein Teenager mit seinem Smartphone Selfies schießt, egal ob es passt oder nicht.

"Selfies at Funerals": Social Media-Präsident ist dabei

"Selfies at Funerals" lautet der Smartphone-Trend des Jahres, den ein Tumblr-Blog zur Kunstform erhob: Narzisstische Teenager, die sich selbst auf Beerdigungen fotografieren – oder im Anne-Frank-Haus in Amsterdam mit auf dem Bild sein müssen.

Barack Obama ist im fünften Jahr seiner Amtszeit nun einer von ihnen geworden: Der Internet-Präsident hat Wort gehalten – seine Social Media-Besessenheit ist offenkundig echt. Dumm nur, dass es ihm die sozialen Kanäle nicht danken und das #SelfieGate nun die Runde macht …

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