Kirch-Prozess: Ackermann wendet sich an Karlsruhe

Josef Ackermann, der Ex-Chef der Deutschen Bank, hat sich im Fall Kirch an das Bundesverfassungsgericht gewandt. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Bei den obersten Richtern aus Karlsruhe beschwert sich der Manager über seine Anwälte darüber, wie die Behörden mit der Bank umgegangen seien. Unter anderem ließ die Staatsanwaltschaft das Vorstandsbüro Ackermanns durchsuchen.

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Die Behörden seien mit der Bank umgesprungen, als handele es sich um "Schwerverbrecher", so Ackermann. Eine einstweilige Verfügung aus Karlsruhe soll verhindern, dass die bei der Razzia beschlagnahmten Dokumente im Prozess gegen die Erben von Leo Kirch verwendet werden.
Laut Süddeutsche Zeitung hätten die Ermittler zahlreiche E-Mails, Vermerke und Protokolle an die Kirch-Erben weitergeleitet, die diese Dokumente verwenden wollen. Der Beschluss der Staatsanwaltschaft verstoße gegen höchstrichterliche Vorgaben aus Karlsruhe, meint Ackermann. Außerdem seien unter dem Material auch Daten von Bankkundendaten, die nicht in den Fall Kirch verwickelt seien.
Sollte Ackermann Recht zugesprochen werden, besitzen die Erben Kirchs zwar Material, dürfen es im Prozess allerdings nicht verwenden. Aus Sicht des ehemaligen Bank-Vorstandes sei Eile in der Sache geboten, da in Kürze Entscheidungen im Prozess Kirch gegen Deutsche Bank anstehen.
Der Rechtsstreit zieht sich bereits seit Jahren hin. Leo Kirch und seine Erben haben Vorwürfe erhoben, die Deutsche Bank trage eine Mitschuld an der Insolvenz des ehemaligen Medienimperiums. Hintergrund ist eine TV-Äußerung aus dem Jahr 2002 des damaligen Deutsche-Bank-Chefs Breuer. Der sagte: "Was alles man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen." Nach dem Tod von Leo Kirch haben seine Erben den Rechtsstreit fortgesetzt. 

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