Die Online-Video-Trends für 2014

Ohne Video läuft nichts mehr. Bewegtbilder gelten als Schlüssel zum Erfolg für Webseiten-Betreiber und immer mehr Online-Werbegelder fließen in die Vermarktung der bewegten Bilder. 2013 haben sich die Werbeausgaben im Bereich Digital-Video um 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöht. In einem Gastbeitrag für MEEDIA erläutert der Online-Video-Experte Mathias Blüm, Geschäftsführer des Video-Vermarkter Clipkit und früherer Geschäftsführer von RTL Clipfish seine Video-Trends 2014.

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1. Aufholjagd zu TV: Content-Syndication ist der Schlüssel zu Reichweite

Die Kluft zwischen TV- und Online-Video-Nutzung wird an einer simplen Rechnung offensichtlich: So konsumiert der deutsche Nutzer im Durchschnitt 25 Stunden Internet-Inhalte pro Monat. Eine Stunde davon entfällt – trotz starken Wachstums – auf Video-Konsum. Dem gegenüber stehen im Schnitt 3,5 Stunden TV-Konsum pro Tag, also über 100 Stunden pro Monat. Für eine ernsthafte Konkurrenz müssen Video-Inhalte flächendeckend im Internet verfügbar gemacht werden. Der Schlüssel dazu lautet datengesteuerte Video-Content-Syndication. Indem immer mehr Online-Publisher Video-Player einbinden, die bereits mit Inhalten bestückt sind, werden nicht nur neue Reichweiten, häufigere und längere Nutzungswerte erzeugt. Auch wird der Online-Bewegtbildmarkt unabhängiger von zentralen Videoportalen. Davon profitieren Mainstream- wie auch zunehmend Nischeninhalte, die sich dank kontextsensitiver Ausspielung perfekt in das jeweilige Webseitenumfeld einfügen und somit auch für Advertiser hochspannend sind.

2. Bewegtbild in Bewegung sind: Mobile Video stellt neue Herausforderungen an Publisher

Die Mobile-Video-Nutzung wird 2014 dank immer höherer Smartphone-Abdeckung, mobiler Bandbreite und entsprechend kostengünstiger Flatrate-Angebote extrem ansteigen. Bis Ende 2017 werden insgesamt 30 Prozent der gesamten Videobudgets in Mobile fließen. Doch viele Publisher sind noch nicht auf mobilen Video-Content eingestellt. So fließen enorme Umsatzpotentiale an ihnen vorbei, wenn Video-Clips nur fehlerhaft bis gar nicht auf den mobilen Endgeräten abgespielt werden können. Publisher müssen daher sowohl auf Content- als auch Vermarktungsseite ihre Infrastruktur auf den neuesten Stand bringen, um auch mobil entsprechend von Video-Reichweiten profitieren zu können.

3. Automatisierter Verkauf ergänzt persönliche Beratung: Programmatic Trading auf dem Vormarsch

Was in den USA bereits zum essentiellen Bestandteil der Online-Ad-Spendings gehört, wird auch den deutschen und europäischen Video-Werbemarkt im kommenden Jahr antreiben. Der Siegeszug von Programmatic Buying im Online-Marketing ist unaufhaltsam und wird weltweit mit einem Umsatz von 1,4 Mrd. US-Dollar für 2014 prognostiziert. Es wird sicherlich auch zukünftig nicht der gesamte Media-Einkauf komplett automatisiert laufen, aber sichtbar mehr. Neben der massiven Effizienzsteigerung dank geringerer Transaktionskosten sind neue Targeting-Möglichkeiten, immer intelligentere Algorithmen und Transparenz die wesentlichsten Argumente für diesen Trend. Programmatic Buying gepaart mit der Möglichkeit auch weiterhin auf persönliche Ansprechpartner und eine direkte Beratung zurückgreifen zu können wird Advertiser wie auch Publisher schneller und erfolgreicher ans Ziel bringen.

4. Bewegtbild über alle Monitore hinweg: Cross-Plattform-Vermarktung ist der Weg zur Zielgruppe

Das Nutzungsverhalten in Bezug auf Bewegtbild-Inhalte hat sich in den letzten Jahren komplett gewandelt. Second Screen, Smart TVs, iPads & Co. machen den Übergang zwischen den Plattformen und Monitoren immer fließender. Insbesondere jüngere Zielgruppen nutzen Video-Content lieber online oder mobil, teilweise als Ergänzung, teilweise aber auch als Ersatz zu TV. Um die eigene Zielgruppe zu erreichen, muss Bewegtbildwerbung dringend endgeräteunabhängig gedacht und ausgespielt werden.

5. Inhalte treffen auf Informationen: Die Big-Data-Welle wird neue Potentiale für Online-Video an Land bringen

Big Data ist das Buzzword schlechthin, wenn es um die nächsten großen Trends in der Online-Branche geht. Auch der Video-Markt wird nicht daran vorbeikommen. Branchenübergreifend werden wir im kommenden Jahr immer mehr im Umgang mit den bereits massig vorhandenen Informationen lernen. Die Potentiale sind sowohl für Publisher als auch Advertiser riesig. Videocontent wird immer genauer analysiert und automatisch passgenau auf die richtige Webseite beim richtigen Nutzer ausgespielt werden können. Das gleiche gilt für den passenden Werbespot. Wenn Big Data richtig eingesetzt wird, gehören Bad Ads bald komplett der Vergangenheit an.

Mathias Blüm
Der Autor ist dieses Gastbeitrages ist Geschäftsführer der Video-Vermarktungsagentur Clipkit.

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