IVW-News-Top50: Welt, Zeit & stern gewinnen

In einem Monat, in dem es für die Nachrichten-Branche laut IVW klar nach unten ging, dürfen sich u.a. Die Welt, Zeit Online und stern.de als Gewinner fühlen: Sie gewannen laut IVW gegen den Trend Visits und Marktanteile hinzu. Marktanteile verloren haben neben den drei Großen Bild, Spiegel und n-tv vor allem das manager magazin und FAZ.net. Auch im November zeigte sich dabei, dass sich die Mobile-Zahlen positiver entwickeln als die Online-Zahlen - auch wenn es hier ebenfalls diverse Verlierer gab.

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Auf 1,037 Mrd. Visits kamen die über 200 von MEEDIA als Nachrichten-Website kategorisierten Angebote laut IVW im November – ein Minus von 3,9% gegenüber dem Oktober. Die großen Aufreger-Themen fehlten nach der Bundestagswahl und Skandalen wie NSA und Tebartz-van Elst im November etwas. Das spürten auch die beiden Giganten der Branche, Bild.de und Spiegel Online, die 4,8% und 7,9% unter ihren Vormonatszahlen lagen. Insbesondere Spiegel Online verlor dadurch massiv Marktanteile, nämlich 0,79 Punkte.

Zur Erinnerung: MEEDIA errechnet die Marktanteile aus allen von uns als Nachrichten-Website eingestuften Angeboten. Die Marktanteile haben den Vorteil, dass sie insbesondere in Monaten, in denen alle Marktteilnehmer wachsen oder schrumpfen, anschaulich zeigen, wer sich besser oder schlechter als die anderen entwickelt haben. Schlechter entwickelt hat sich im Vorderfeld des Rankings auch n-tv.de, das 8,4% bei den Visits verlor – und 0,27 Punkte bei den Marktanteilen. Ein bisschen weiter hinten verlor FAZ.net mit einem Minus von 6,1% und das manager magazin mit einem von 15,0% überdurchschnittlich stark.

Die großen Gewinner innerhalb der Top Ten sind diesmal Die Welt, Zeit Online und stern.de, die sich gegen den Trend gegenüber dem Oktober steigerten und damit logischerweise auch deutliche Marktanteile hinzu gewannen. Ab Platz 11 ging es zudem für RP Online, den Express und die Ihr Nachrichten nach oben, Marktanteile gewannen zudem u.a. noch das Handelsblatt, N24, DerWesten und die Berliner Morgenpost hinzu, weil sie deutlich weniger Visits einbüßten als der Gesamtmarkt.

Deutlich besser lief es für die Anbieter auf den Rängen 26 bis 50. Hier finden sich vornehmlich Ableger von Regionalzeitungen, die nicht so abhängig von großen, überregionalen Themen sind wie die Großen der News-Branche. Besonders stark gewannen dabei die Neue Osnabrücker Zeitung, die Neue Westfälische, die Hannoversche Allgemeine und der Berliner Kurier. Allerdings: Das geschah in Osnabrück und Berlin vor allem wegen massiver Zuwächse der Mobile-Angebote. Möglicherweise wurde hier im Vormonat noch nicht komplett gemessen, das starke Plus ist also mit Vorsicht zu genießen. Bei der Neuen Westfälischen wurde der mobilen Ableger sogar zum ersten Mal gemessen.

Dass sich die Mobile-Nutzung weiter positiver entwickelt als die der herkömmlichen Websites, zeigt sich auch diesmal. Zwar verlor  die Top 4 Bild.de, Spiegel Online, Focus Online und n-tv.de auch hier, doch unter den 20 Top-Angeboten finden sich immerhin zehn Gewinner. Auch hier gilt aber: Die besonders starken Zuwächse beim Kölner Stadt-Anzeiger, Express, RP Online, Zeit Online oder stern.de können theoretisch auch damit zusammen hängen, dass bisher nicht die kompletten Angebote gemessen wurden. Erst im Verlauf der kommenden Monate dürften bei der noch neuen Mobile-Messung zuverlässige Vergleiche möglich werden.

Tristesse hingegen beiden Online-Zahlen: Nur zwei der Top-20-Websites liegen hier über dem Vormonat: Die Welt mit einem Mini-Plus von 14.186 Visits und Zeit Online, das sich um immerhin 1,3% verbesserte. Einen kleinen Anteil an diesem Erfolg könnten auch die positiven Zahlen im Social-Web haben. So war der Zeit-Artikel "Kreuzberg beschließt Deutschlands ersten Marihuana-Laden" mit mehr als 160.000 Likes, Tweets & Co. im November der Artikel mit den meisten Social-Network-Reaktionen im gesamten deutschsprachigen Netz.

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