„Mandela als Chiffre für Güte und Weisheit“

Er kämpfte gegen den Rassismus, saß für diesen Kampf 27 Jahre lang im Gefängnis und wurde so zu einer Legende. Am Donnerstag verstarb Nelson Mandela im Alter von 95 Jahren. Nicht nur Südafrika trauert um seinen Nationalhelden. Auch in den internationalen Medien finden sich am Tag nach seinem Tod Nachrufe und persönliche Erinnerungen. Auf der US-Satireseite The Onion ist sogar die Rede von "dem ersten Politiker, der tatsächlich vermisst wird". Selten war Satire so nah an der Realität. MEEDIA hat einige Pressestimmen zusammengefasst.

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Bob Geldof in Bild.de: "Die Geschichte hält inne, kniet nieder und beugt ihr Haupt. Seinesgleichen ist selten in der Menschheitsgeschichte. Es wird andere solche Persönlichkeiten geben, doch nicht für lange, lange Zeit – und wir werden es gewiss nicht mehr erleben."
Wolfgang Drechsler, Zeit Online: "Man mag nun streiten über das, was bleibt. Vor allem jetzt, wo Mandelas Nachfolger sein Erbe in endlosen Machtkämpfen schneller als erwartet verspielen. Aber etwas Großes wird dennoch die Ära dieses einzigartigen Mannes überdauern. Etwas, das für viele inzwischen längst zur Selbstverständlichkeit geworden ist: Südafrikas Menschen leben heute in einem freien Land, auch wenn es noch immer viel Armut und Konflikte gibt."
Marc Goergen, Stern.de: "Der große Freiheitsheld war eine Art Hintergrundrauschen. Mandela war eine unausgesprochene Referenz in vielen Gesprächen. Denn in ihm fanden sich alle wieder. Die Schwarzen, natürlich. Aber auch die Weißen – schließlich hatte seine Versöhnungspolitik dafür gesorgt, dass man sie nach dem Ende der Apartheid nicht ins Meer gejagt hatte. Und sein Leben war ja eine Parallelerzählung zur Geschichte Südafrikas."
Jan Puhl, Spiegel Online: "Doch es sind nicht allein die politischen Verdienste, die die weltweite "Mandelamania" begründen, sondern sein Charisma, seine Milde und gleichzeitig seine Beharrlichkeit. Mandela galt als Chiffre für Güte und Weisheit. Seine Aufrichtigkeit verlieh ihm Autorität. Jene, die ihn einmal trafen, berichten von einer entwaffnenden Fähigkeit, sich auf den Gegenüber einzulassen, von einer unerschütterlichen Selbstsicherheit."
Esther Kogelboom und Wolfgang Drechsler, Tagesspiegel.de: "Nelson Rolihlahla Mandela schrieb Weltgeschichte. Der Größte aber war er, weil er sich eine zärtliche Aufmerksamkeit für solche Kleinigkeiten leistete – der 1,90-Mann stand stets auf, wenn er begrüßt wurde. Jeder, dem Mandela begegnete, kann eine Geschichte darüber erzählen, wie menschlich er gewesen ist. Für manche war es bequemer, ihn zu vergöttern. Doch anders als andere Staatsmänner war er stets darauf bedacht, sich selbst nicht ganz so ernst zu nehmen."
Die US-Satire-Site The Onion, ganz nah an der Realität: "Today we lost not only an international hero and a symbol of the resilient human spirit, but also the very first political figure ever who people actively wish was still alive and affecting world affairs."
Nadine Cordimer, The New Yorker: "Mandela: not a figure carved in stone but a tall man, of flesh and blood, whose suffering had made him not vengeful but still more human—even toward the people who had created the prison that was apartheid."

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