Google lässt Android-Erfinder Roboter bauen

Nach Android kommen die Androiden: Google hat Andy Rubin damit beauftragt, humanoide Roboter zu entwickeln. Der Erfinder des mobilen Betriebssystems Android glaubt an eine Marktreife in zehn Jahren. Google soll unter seiner Führung schon sieben Spezialfirmen erworben haben, die sich auf Robotik verstehen, erklärt der 50-Jährige in der New York Times. Allerdings will der Android-Konzern sich zuerst auf die Produktion von Robotern für den Bau von Elektronik spezialisieren. Humanoide sollen folgen.

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Auch wenn der Konzern sich selbst nicht zu den Plänen äußert, gab sich der Erfinder gegenüber der New York Times redselig. Zu den Zukäufen zähle unter anderem die japanische Firma Schaft, deren Ingenieure einen humanoiden Roboter entwickeln wollen. Außerdem soll Google das Start-up Industrial Perception gekauft haben, das Sichtsysteme und mechanische Arme zum Beladen und Entladen von Lastwagen entwickelt. Meka und Redwood Robotics, nun nach eigenen Angaben ebenfalls im Besitz von Google, haben sich auf menschenähnliche Roboter und Arme spezialisiert.
Neben seiner Suchmaschine und dem mobilen Betriebssystem Android probiert sich der Konzern schon seit vielen Jahren im Segment der künstlichen Intelligenz aus. Seit 2009 baut das Unternehmen im Silicon Valley am selbstfahrenden Auto und konnte schon beeindruckende Ergebnisse liefern. Laut Rubin sei der Aufbau der Robotiksparte vergleichbar mit dem Automobil-Projekt. “Jetzt ist es in greifbare Nähe gerückt", erklärt Rubin in der New York Times. Dabei liefert sich der Konzern im wahrsten Sinne des Wortes ein Wettrennen mit Herstellern wie Daimler, Volkswagen, Nissan und Volvo, die alle am selbstfahrenden Auto entwickeln.
Für Rubin ist das kein Neuland. Bevor der 50-Jährige Ende der Achtziger bei Apple anheuerte, arbeitete er drei Jahre lang als Robotik-Ingenieur bei Carl Zeiss. Nach weiteren Stationen, unter anderem bei Microsoft, gründete er 2003 das Unternehmen Android. Das kaufte Google im Jahr 2005 auf, Rubin blieb weiterhin verantwortlich für das Projekt. Im März 2013 trat der Software-Ingenieur dann zurück, um nach eigenen Angaben ein neues Kapitel für Google aufzuschlagen. Das Geheimnis um sein neues Tätigkeitsfeld scheint nun gelüftet.
Google-Chef Larry Page kommentierte den NYT-Artikel auf Google+. Demnach hätte auch Android mit einer verrückten Idee begonnen, die sich jetzt millionenfach in den Taschen der Nutzer wiederfinden würde. “"Es ist noch sehr früh, aber ich kann es kaum erwarten, Fortschritte zu sehen."

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