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stern.de-Redakteure werden bessergestellt

Etwa 40 Online-Redakteure von stern.de bekommen ab 2014 eine Zusatzleistung: Der Verlag beteiligt sich nach MEEDIA-Infos an der Presseversorgung. Um die Frage, ob die Onliner diese Verlags-Leistung erhalten, hatte es ein monatelanges Tauziehen gegeben. Unklar bis unwahrscheinlich ist zwar weiterhin, dass Print- und Online-Redakteure faktisch gleichgestellt werden bzw. sogar in einer gemeinsamen Gesellschaft unterkommen. Die Entscheidung hat auch symbolische Wirkung.

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Bereits im vergangenen Sommer gab es Gespräche zwischen dem Betriebsrat von stern.de, das in der eigenen stern.de GmbH erscheint, und dem Personalchef von Gruner+Jahr. Die Aufnahme der Onliner ins Presseversorgungswerk, bzw. eine finanzielle Beteiligung des Verlags an der Presseversorgung, stand dabei u.a. auf der Agenda. Wie auch ein möglicher Gemeinschaftsbetrieb Online-Print.
Während Letzteres wohl noch zu früh ist, um realisiert zu werden, hat es nun zumindest schon mal mit dem Presseversorgungswerk geklappt. Offenbar war den Redakteuren diese Zusage vom Verlag wichtig – auch, wenn der Neuabschluss von Lebensversicherungen, die zum Leistungsspektrum des Versorgungswerks der Presse gehören, möglicherweise nicht mehr zu den krisenfesten Anlageformen zählen. Der Verlag hatte sich vor Jahren schon einmal an der Presseversorgung der stern.de-Redaktion beteiligt, das wurde dann aber abgeschafft und nun wieder eingeführt. Intern heißt es, stern-Chefredakteur Dominik Wichmann habe sich für die Beteiligung stark gemacht.

Neue Online-Redakteure werden nun bei der Presseversorgung wie neue Print-Redakteure behandelt, so eine Rückmeldung von Lorenz Wolf-Doettinchem, Managing Editor des Stern, via Twitter. Was dabei nicht zu unterschätzen ist: In weiterhin chronisch unterbewerteten wie gelegentlich auch unterbezahlten Online-Redaktionen sind solche Signale bitter nötig. Auch wenn sie anachronistisch erscheinen mögen. Immerhin: Stern.de-Redakteure erhalten bereits länger die Gewinnbeteiligung, die an Mitarbeiter von Gruner+Jahr ausgeschüttet wird, so Managing Editor Wolf-Doettinchem. 
Mit der Entscheidung dürfte auch die stellvertretende Chefredakteurin Anita Zielina glücklich sein. Denn sie entwickelt derzeit eine neue Digitalstrategie für die Website des stern – und da sind motivierte Mitarbeiter essentiell. Zuletzt hatte der Verlag acht zusätzliche Stellen ausgeschrieben.  

Anmerkung: Die Anmerkungen von Lorenz Wolf-Doettinchem wurden nach Veröffentlichung im Text ergänzt.

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