Reporterpreise für Zeit und 11Freunde

In Berlin wurde der Reporterpreis verliehen. Mit insgesamt drei Auszeichnungen war die Zeit der große Gewinner. Die Auszeichnung für die beste Reportage holte Claas Relotius für sein Stück „Der Mörder als Pfleger“, das im Schweizer Magazin Reportagen erschienen war. Den Preis für das beste Interview holte Benjamin von Stuckrad-Barre zusammen mit Hajo Schumacher. Nach dem Henri Nannen-Preis räumt Dirk Gieselmann für seinen 11Freunde-Live-Ticker nun auch die Auszeichnung für die Web-Reportage ab.

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Relotius‘ Reportage beschreibt, wie in US-Gefängnissen mit dementen Gefangenen umgegangen wird. „Eine große Geschichte, ein aufregender Stoff, dramaturgisch und sprachlich meisterhaft erzählt“, lobte die Jury – „eine perfekte Erzählung“.

Die beste politische Reportage erschien in der Zeit. Dort veröffentlichten Anita Blasberg und Kerstin Kohlenberg ihr Stück „Die Klimakrieger“ über die Arbeit eines PR-Managers, der den Klimawandel leugnet. Der exzellent recherchierte Text zeige, "was für perfide Waffen Lobbyisten einsetzen, um die Wirklichkeit zu verdrehen“, sagte die Jury. „Ein Stück Aufklärung, das das Urteilsvermögen der Leser schärft.“

Den Preis für die beste Lokalreportage ging diesmal gleich an zwei Stücke: „Sie nannten sie Titten-Gitti“ von geschrieben von Meral Al-Mer und Lucas Vogelsang aus dem Tagesspiegel und „Mein Freund Jürgen“ von Eva Sudholt aus der „Berliner Morgenpost“.

Als beste freie Reporterin wurde in diesem Jahr Andrea Jeska mit „Der Mann, der die Wüste aufhielt“ ausgezeichnet. Erschienen war der Text in der Zeit.

Nach dem Henri Nannen-Preis räumt Dirk Gieselmann für seinen 11Freunde-Live-Ticker nun auch die Auszeichnung für die Web-Reportage ab. Belohnt wird diesmal allerdings keine Beschreibung eines Fußballspiels, sondern der Ticker „Werbung für den Handball“ zum Länderspiel Ecuador gegen Deutschland. Nach Meinung der Jury hätte der Live-Ticker geradezu "Oscar Wildesches Maß an Humor".

Wolfgang Uchatius konnte sich mit seinem Text „Jan Müller hat genug“ in der Rubrik „Essay“ durchsetzen.

Die Auszeichnung für das beste Interview ging an Benjamin von Stuckrad-Barre und Hajo Schumacher. Die beiden befragten für die Welt den Theaterregisseur Jürgen Flimm und den CDU-Politiker und General a. D. Jörg Schönbohm über deren Schlaganfälle. „Zwei alte Männer, zwei große Egos, ein ernstes Thema“, erklärt die Jury. Dennoch sei es den beiden Autoren gelungen, nicht zuletzt dank wohl dosierter Respektlosigkeiten, ein Interview zu führen, das „so unterhaltsam ist wie ein gutes Theaterstück“.

Zum ersten Mal verlieh die Jury auch eine Auszeichnung in der Kategorie Freistil. Diese ging an Bernhard Albrecht für seine Reportage "Und Frieda lebt doch".

Ebenfalls erstmals gab es einen Sonderpreis. Der ging an Alfred Steffen, Tobias Haberl und Alexandros Stefanidis für ihre jetzt schon legendäre Arbeit "Sagen Sie jetzt nichts, Peer Steinbrück".

Unter reporter-forum.de stehen alle ausgezeichneten Stück als PDFs zum Download bereit.

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