Facebook zeigt mehr journalistischen Content

Gute Nachrichten für Nachrichtenproduzenten: Künftig sollen journalistische Inhalte bei Facebook im Newsfeed eine größere Rolle spielen. Das weltgrößte soziale Netzwerk kündigte an, seine Sortieralgorithmen entsprechend anzupassen. Das Unternehmen hatte herausgefunden, dass sich News-Artikel dreimal so gut klicken wie noch vor einem Jahr. Vor allem auf der mobilen App sollen künftig mehr Artikel im Newsfeed erscheinen. Verwandte Artikel stehen zudem künftig untereinander.

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Es gibt Geschichten, die nehmen einem schon mal die Illusion, was im Social Media-Zeitalter eigentlich funktioniert – und was nicht. Eine sehr lesenswerte hat Farhad Manjoo am Wochenende im Wall Street Journal geschrieben. Im Fokus einer gewisser Neetzan Zimmerman vom Klatschportal Gawker.

Zimmerman beherrscht den Content-Code. Er generiert Traffic, für den es in Deutschland gut und gerne eine 50-köpfige Online-Redaktion bräuchte: 32 Millionen Page Impressions – pro Monat! – gingen zuletzt auf Zimmermans Gawker-"Artikel" zurück, die vor allem eines tun: viral gehen. Es sind Artikel über das YouTube-Phänomen Rebecca Black oder seltsame Todesfälle.

Facebook-Nutzer wollen Qualitätscontent: Der Abruf von Artikeln hat sich verdreifacht

Ob man will oder nicht – man wird von Zimmerman auch bei Facebook bald noch mehr lesen, schließlich gelten seine mitunter skurrilen Artikel eben als journalistische Erzeugnisse – und nicht als Meme, wie seltsame Katzen-Collagen im Gif-Format, die etwa auf Tumblr grassieren.

Nach einer einjährigen Analyse seines NewsFeeds hat Facebook mehr über die Lesegewohnheiten seiner Nutzer herausgefunden. Ergebnis: Der Abruf von Artikeln hat sich binnen eines Jahres fast verdreifacht.

Gute Nachrichten für Medienhäuser: "Von nun an mehr Artikel"

Lohn der Klickträchtigkeit: Facebook belohnt journalistische Inhalteanbieter mit einer Anhebung der Sichtbarkeit. Der Suchalgorithmus Edge Rank wird so angepasst, dass Artikel künftiger höher in der NewsFeed-Anzeige rangieren als  etwa Memes oder Benachrichtigungen von Apps.

"Uns ist aufgefallen, dass die Nutzer Qualitätscontent schätzen", schreibt Facebook in einem Blogeintrag – und trägt der Erhebung Rechnung. "Von nun an werdet Ihr daher Links zu Artikeln häufiger sehen". Und das auch untereinander, denn Facebook ergänzt verwandte Artikel unter einem hervorgehobenen.

Für Anbieter von Qualitätscontent sind das erfreuliche Nachrichten. Den Viral-Code müssen Medienhäuser freilich selbst knacken. Unterdessen dürfte Neetzan Zimmerman auch bei Facebook zunächst der Content-König bleiben…. 

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