Wie sich Samsung den Erfolg erkauft

Der koreanische Techpionier Samsung blickt auf das erfolgreichste Geschäftsjahr seines 75-jährigen Bestehens zurück. Das Geheimnis des Erfolges liegt ganz maßgeblich in der extrem aggressiven Werbestrategie Samsungs. Kein anderer Großkonzern gibt soviel für Marketingzwecke aus wie die Koreaner. Der Erfolg zahlt sich heute aus, doch das Samsung-Managment macht sich offenkundig Sorgen, dass der Gipfel erreicht sein könnte – für Mitte-Dezember ist ein mehrtägiges Krisenmeeting angesetzt...

Anzeige

Der koreanische Techpionier Samsung blickt auf das erfolgreichste Geschäftsjahr seines 75-jährigen Bestehens zurück. Das Geheimnis des Erfolges liegt ganz maßgeblich in der extrem aggressiven Werbestrategie Samsungs. Kein anderer Großkonzern gibt soviel für Marketingzwecke aus wie die Koreaner. Der Erfolg zahlt sich heute aus, doch das Samsung-Managment macht sich offenkundig Sorgen, dass der Gipfel erreicht sein könnte – für Mitte-Dezember ist ein mehrtägiges Krisenmeeting angesetzt…

Es ist ein seltsamer Anblick: Der Mailänder Dom leuchtet von der Seite, er funkelt, doch die Farben wechseln fast im Sekundentakt. Wer die drittgrößte Kirche der Welt in diesen Tagen halb umrundet, stößt dann auf eine sehr irdische Auflösung: Das Leuchten kommt von einer Videoleinwand, die für Samsung-Produkte wirbt – auf einem der spektakulärsten Prachtbauten der Welt.   

Die Mailänder haben sich an den Anblick längst gewohnt. Auch der altehrwürdige Zentralbahnhof ist mit gigantischen Plakaten in Weiß und Blau gepflastert, die immer wieder eine Botschaft haben: Galaxy, Galaxy, Galaxy – mal das Smartphone S4, mal das Phablet Note 3, mal die neue Smartwatch Gear. So wie in Mailand geht es in diesen Tagen in vielen Metropolen dieser Welt: Was an Werbefläche zu haben ist, wird mit Samsung-Produkten geflutet.

14 Milliarden Dollar Marketingaufwendungen: Mehr Ausgaben als Google für Motorola

Unfassbare 14 Milliarden Dollar wendet Samsung für Marketingmaßnahmen wie diese auf  – pro Jahr! Um die Dimensionen besser zu verstehen: Das Marketingbudget fällt damit höher aus als das gesamte Brutto Inlandsprodukt von Island oder etwa die Motorola-Übernahme von Google.

Aber viel hilft eben auch viel: Enorme 247 Milliarden Dollar setzte Samsung im abgelaufenen Geschäftsjahr um und verdiente dabei rund 18 Milliarden Dollar. Man kann sagen, der Erfolg war einerseits teuer erkauft – andererseits hätte der koreanische Techpionier ohne seine enormen Aufwendungen kaum seine Smartphone-Absätze binnen 24 Monaten verdreifacht, während Apple nicht mal eine Verdopplung hinbekam.

Management-Zusammentreffen: Das "Krisen-Bewusstsein schärfen"

Fast folgerichtig verdiente Samsung in den vergangenen zwei Quartalen erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt wieder mehr als Apple. Doch der Trend scheint nun wieder zu drehen. Apple scheint vor einem starken Weihnachtsquartal zu stehen – und Samsung vor den Grenzen des Wachstums.

Entsprechend besorgt blickt der Samsung-Vorstand offenbar Richtung 2014. Für Mitte Dezember bestellt der Smartphone-Platzhirsch sein Management-Team zu einem viertägigen Strategie-Meeting für das nächste Jahr ein, wie Apple Insider berichtet. Schwerpunkt des Zusammentreffens: Das „Krisen-Bewusstsein“ zu schärfen.

Es scheint, als wolle Samsung mit aller Macht vermeiden, was Apple 2013 widerfahren ist: Der Absturz vom Gipfel. Nach zwei Jahren phänomenaler Smartphone-Erfolge haben die Koreaner einiges zu verteidigen. Ob ein noch mal höheres Marketingbudget die Lösung ist, ist eine der Multi-Milliarden-Dollar-Fragen des kommenden Jahres… 

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige