ZDF-Chefredakteur verteidigt Marietta Slomka

ZDF-Chefredakteur Peter Frey hat seine Kollegin Marietta Slomka gegen Anwürfe verteidigt, sie führe einseitig kritische Interviews. Dies hatte zumindest SPD-Parteichef Sigmar Gabriel in einem Interview mit Slomka behauptet. "Gabriels Vorwurf der Parteilichkeit ging zu weit", so Frey gegenüber dem Spiegel. Gleichzeitig hatte er für die Moderatorin des "heute journal" aber auch ein wenig Kritik übrig. Gabriel und Slomka hätten sich im Interview zu sehr an einer Frage "verhakt".

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Frey meint die Frage Slomkas an Gabriel, ob die Befragung der SPD-Mitglieder zum neuen Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD verfassungsgemäß sei. Slomka hatte in dem siebeneinhalb Minuten-Interview mehrfach nachgehakt bei Gabriel, der diese These ebenso mehrfach zurückwies und schließlich als "Quatsch" bezeichnete. Frey dazu im Spiegel: "Wenn mal die Fetzen fliegen, schadet das der Demokratie nicht."

Den Anwurf Gabriels, Slomka führe mit SPD-Politikern regelmäßig Interviews, in denen sie diesen das "Wort im Munde herumdrehe", kann Frey nicht nachvollziehen. Der ZDF-Chefredakteur: "Slomkas Interviews mit Guttenberg, Schäuble oder Ramsauer waren auch nicht bequem."

Dass Slomka nicht auf einem Auge parteiblind ist, beweist vermutlich die Kritik von CSU-Chef Horst Seehofer an Slomka. Slomka habe Gabriel "vorgeführt wie einen Schulbuben". Der gewiefte Rhetoriker machte damit Gabriel ein wenig kleiner, als er im Interview tatsächlich war – und würgte der ZDF-Journalistin gleichzeitig einen rein. Einen Brief an ZDF-Intendant schrieb Seehofer gleich auch noch.    

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