Spielraum: Netzwerken als Lifestyle

Wenn Xing über Netzwerker schreiben lässt, dann könnte das schnell in einer Lobhudelei enden. Diesen Fehler begeht das neue Burda-Magazin Spielraum, das seit Donnerstag am Kiosk ausliegt, nicht. Auf rund 100 Seiten zelebrieren Gründer, Andersmacher und Kreative das Netzwerken als Lifestyle. Vom Netzwerk als Orientierung in einer sich radikal verändernden Arbeits- und Lebenswelt angepriesen, liefert das Magazin ("Besser Leben. Anders Arbeiten") in der ersten Ausgabe vor allem Inspiration. Neben Reportagen und Interviews wünscht man sich aber mehr Nutzwert.

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Spielraum macht Lust aufs Netzwerken. Wer im Jobleben als One-Man-Show unterwegs ist bekommt nach der Lektüre des Magazins zumindest das Gefühl, dass Socializing allen Vorteile bringt. Die Rubrik "Ich und Wir" beschäftigt sich auf zehn Seiten mit diesem Thema. Die Titelgeschichte beschreibt anhand von fünf Beispielen, wie das Prinzip des richtigen Miteinanders innovative Ideen hervorbringen kann. Ein Beispiel: Die Gründer von „Rock your life!“, deren gemeinnütziges Franchisesystem die Bildungschancen von Schülern verbessert.
Verantwortlich für das Corporate-Publishing-Heft zeichnet Xing, produziert wurde das Magazin von BurdaCreative in Hamburg. Die Burda-Tochter leistet dabei die redaktionelle und gestalterische Entwicklung und Umsetzung. „Xing bringt erstmalig ein Magazin auf den Markt und erschließt damit journalistisch ein absolutes Zukunftsthema”, erklärt Karsten Krämer, Geschäftsführer BurdaCreative Hamburg. “Die Arbeitswelt von morgen ist nicht mehr nur eine vage Idee – sie manifestiert sich bereits heute in vielen Facetten und kann nun auch als hochwertig produziertes Printmedium und als Digitalversion entdeckt werden.“ Burda hält selbst 52,26 Prozent am Job-Portal.

       Schön illustriert: Menschen und ihr Netzwerk

Tatsächlich bringt Spielraum viele Facetten der modernen Arbeitswelt aufs Papier. Allerdings noch ein wenig zu viel. Gerade auf den kleinteiligen News-Seiten fällt es schwer, den Inhalten zu folgen. Da löst eine Typo die andere ab, mal stört ein Bild den Lesefluss, mal hängt eine Illustration in der Ecke. Umso entspannter wirken die längeren Lesestücke. Etwa über die “Andersmacher” in der Rubrik Arbeit und Leben über den Chef der Software-Firma Haufe-umantis, der von seinen Mitarbeitern an die Spitze des Unternehmens gewählt wurde.
Gut gefällt die Rubrik “Verstand und Sinn”, die sich der Sehnsucht nach dem Ausbruch aus dem klassischen Berufsleben widmet. Unter anderem porträtiert das Heft den Weinexperten Hendrik Thoma, der eine Karriere im Edelrestaurant aufgab und als Social Media-Sommelier neue Wege einschlägt. Allerdings wünscht man sich hier mehr Service. Was muss ich vor dem Berufswechsel beachten? Auf welchen Seiten kann ich mich informieren? Wo kann ich mich mit Gleichgesinnten austauschen? Antworten auf diese Fragen bleibt die Redaktion schuldig.

 Typo-Durcheinander: News-Seiten sind anstrengend zu lesen

“Die Digitalisierung verändert, wie wir leben und arbeiten. Neue Möglichkeiten entstehen, Werte verändern sich. Neue Arbeitswelt, das heißt für viele: Freiheit statt Status, Jobs, die Antwort auf Sinnfragen bieten und der Verzicht auf Einkommen oder Karrierechancen zugunsten von mehr Lebensqualität und der Verwirklichung eigener Ideale”, erklärt Thomas Vollmoeller, Vorstandsvorsitzender von Xing. “Diesen neuen Spielraum wollen wir beschreiben. Mit dem Fokus auf die neue Arbeitswelt ist spielraum bewusst als Kiosktitel konzipiert. Es richtet sich an all diejenigen, die besser leben und anders arbeiten wollen.“
Das Heft erscheint zum Copypreis von 4,20 Euro zunächst als einmalige Pilotausgabe in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Außerdem stehen neben einer Desktopversion jeweils Apps im Apple Newsstand und Google Play Store zum kostenpflichtigen Download zur Verfügung. Die Premium-Mitglieder von XING können das Heft über einen Gutscheincode kostenlos in der digitalen Ausgabe ihrer Wahl lesen. Lohnt sich der Gang zum Kiosk? Wer viel Nutzwert zum Netzwerken und für die eigenen Karriere erwartet, der kommt noch nicht auf seine Kosten. Stücke, wie etwa über flexible Arbeitszeitmodelle, bilden die Ausnahme. Als eine Art "Neon für Netzwerker" weiß Spielraum aber durchaus zu gefallen.

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