Lenovo geht in die Smartphone-Offensive

Der weltgrößte PC-Hersteller will es jetzt auch auf dem Smartphonemarkt wissen: Lenovo hat angekündigt, im kommenden Jahr in Deutschland seine Smartphones zu vertreiben. Bislang ist der Konzern mit seinen Mobilgeräten nur in China und Schwellenländern wie Russland und Indonesien aktiv, hat aber bereits LG von Platz 3 der weltweit größten Smartphone-Hersteller verdrängt. Derzeit ist das Unternehmen offenbar in Gesprächen mit Providern, um seine Geräte in den Handel zu bringen. Diese könnten Apple und Samsung gefährlich werden.

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Apple, Samsung, HTC, LG und Nokia. Diese Konzerne teilen den Smartphone-Markt unter sich auf, denkt man zumindest in Europa. Doch tatsächlich hat sich Lenovo innerhalb kürzester Zeit als drittgrößter Player am Markt etablieren können. Bislang war der weltgrößte PC-Hersteller aber nur im asiatischen Raum mit eigenen Smartphones vertreten. Das soll sich nun ändern. "Im nächsten Geschäftsjahr gehen wir hierzulande an den Start", erklärt Lenovos Deutschland-Chef Stefan Engel gegenüber dem Handelsblatt.
Bislang hatte der chinesische Konzern es einfach verpasst, in Deutschland einen entsprechenden Vertrieb aufzubauen. Denn während Lenovo seine PCs und Notebooks über den regulären Handel vertreibt, funktioniert der Absatz von Smartphones noch weitestgehend über Mobilfunkprovider. In den nächsten Monaten will man deswegen Kontakte zu den Telekomkonzernen aufbauen, so Engel. Einen genauen Verkaufsstart will Lenovo noch nicht nennen. Das neue Geschäftsjahr beginnt für die Chinesen im April 2014.
Produkte hat der Konzern ausreichend im Sortiment. Etwa das auf der CES in Las Vegas präsentierte 5,5 Zoll große Phablet K900, das erste Smartphone mit einem Dual-Core-Chip mit zwei GHz auf Basis der Atom-Plattform Clover Trail+. Auf der IFA in Berlin stellte Lenovo außerdem das Vibe X mit fünf Zoll großem Display vor. Dass Apple und Samsung sich warm anziehen müssen, belegen die vergangenen Quartalszahlen.

Derzeit hält Samsung zwar noch 32,1 Prozent Marktanteil, doch Lenovo konnte im Vergleich zum Vorjahr 84,5 Prozent mehr Geräte absetzen. Im zweiten Quartal verkaufte der weltgrößte PC-Hersteller schon mehr Smartphones und Tablets als PCs. Allein im dritten Quartal steigerten die Chinesen ihre Smartphone-Verkäufe um 78 Prozent. Im Heimatmarkt China liegt das Unternehmen schon auf Platz zwei hinter Samsung. Auf den Geräten läuft Googles Betriebssystem Android.

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