Einigung im Tarifstreit trotz Verdi-Kritik

Die Gewerkschaften DJV und Verdi sowie der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) haben sich nach einer dritten Verhandlungsrunde um neue Tarifverträge für Journalisten an Zeitschriften geeinigt. Es wird einen neuen Gehaltstarifvertrag mit einer Laufzeit von 30 Monaten bis Ende März 2016 geben. Eine erste Lohnerhöhung um zwei Prozent gibt es bereits im Dezember. Im November 2014 wird um weitere 1,9 Prozent erhöht. Verhandlungen um einen neuen Manteltarif wolle man im Frühjahr aufnehmen.

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"Das Tarifergebnis bleibt zwar hinter unseren Erwartungen zurück, bedeutet aber erstmals seit langem einen realen Einkommenszuwachs für die Kolleginnen und Kollegen", erklärte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. Es sei nach zehn Jahren erstmals gelungen, einen Tarifabschluss über der Inflationsrate zu erzielen.
"Trotz des erheblichen Ergebnisdrucks im Stammgeschäft berücksichtigen die Verleger das Anliegen der Journalisten nach einer angemessenen Einkommenserhöhung. Auf der anderen Seite lässt er den Verlagshäusern genügend Spielraum, die Herausforderungen des Transformationsprozesses zu bewältigen", sagte VDZ-Verhandlungsführer Günter Maschke. Die vergleichsweise schnelle Einigung bei den Tarifen für Zeitschriften-Redakteure unterstütze die "Tarifakzeptanz in unserer Branche", so Maschke weiter. Beide Parteien sprechen von einer "Planungssicherheit" für die kommenden Jahre.
Etwas kritischer äußert sich die Deutsche Journalistenunion (dju) in Verdi. Zwar habe man einen Kompromiss gefunden, der in einem "absehbaren Zeitraum von zwölf Monaten" akzeptabel sei. "Dafür bezahlen die Kolleginnen und Kollegen allerdings mit der insgesamt sehr langen Laufzeit der Tarifverträge einen hohen Preis", meint dju-Unterhändler Matthias von Fintel.
Die neuen Tarife sollen nach Ablauf der Erklärungsfrist am 11. Dezember rückwirkend zum 1. Oktober dieses Jahres in Kraft treten. Im Frühjahr wollen sich die Tarifparteien dann erneut zusammensetzen, um über einen neuen Manteltarif für die 9.000 Zeitschriftenredakteurinnen und –redakteure zu verhandeln.

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