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Amazon startet virtuelle Währung Coins

Sie sind umstritten, aber auf dem Vormarsch: virtuelle Währungen. Nach einer Testphase in den USA hat Amazon seine “Coins” auch in Deutschland gestartet. Nutzer können gegen echtes Geld virtuelle Coins erwerben und damit nach Angaben des Versandhändlers einfacher Apps erwerben. Entwickler sollen im Gegenzug besser an dem System verdienen. Doch das virtuelle Geld gilt als umstritten. Microsoft schaffte seine "Points" vor wenigen Wochen ab. Und auch der derzeit bekannteste virtuelle Zahlungsmittel, Bitcoin, steht in der Kritik.

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Die Umrechnung soll ganz einfach sein: 500 Cent, also fünf Euro, entsprechen 500 Coins. Hat ein Nutzer diese “Münzen” erworben, kann er künftig auch in Deutschland damit Apps und Spiele bei Amazon erwerben. Um das neue Bezahlsystem in Schwung zu bringen, gibt Amazon sogar zehn Prozent Rabatt auf Apps, die mit Coins bezahlt werden. Entwickler sollen weiterhin 70 Prozent des Kaufpreises erhalten. Auf diese Weise will der Versandhändler seinen eigenen Appstore pushen.
Deswegen bekommen Nutzer die Coins im Paketpreis auch rabattiert angeboten. 500 Coins gibt es derzeit für 4,80 Euro. 10.000 Coins im Wert von 100 Euro gibt es für 90 Euro auf der Amazon-Webseite. Damit ist die Einführung der Coins durchaus als Offensive gegen Googles Play Store zu verstehen. Denn noch gilt der Appstore des Android-Konzerns als Hauptumschlagplatz für Android-Apps. Dabei vertreibt der Versandhändler recht erfolgreich neben seinem Ebook-Reader Kindle auch die Tablet-Serie Kindle Fire mit Entertainment-Inhalten.
Doch virtuelle Währungen sind umstritten. Microsoft hatte bereits im August im Rahmen eines Systemupdates seiner Xbox 360 sein “Points”-Programm eingestellt. Nutzer hatten beklagt, dass die Bewertung der Währung teilweise nicht transparent genug sei. Blogger begrüßten den Schritt, weil man nicht mehr umständlich Points im Einzelhandel oder über die Konsole kaufen musste, um damit dann Spiele, Filme oder Musik über die Xbox zu kaufen. Für Nutzer ohne Kreditkarte bietet Microsoft jetzt spezielle Prepaid-Karten an.
Ob Amazons “Coins” auch ein jähes Ende vorsteht, muss sich noch zeigen. Im Mai in den USA gestartet, bekamen Nutzer eines Kindles 500 virtuelle Münzen gutgeschrieben. Das war zum Deutschlandstart auch hierzulande der Fall. Wer aber denkt, dass es sich um eine lukrative Geldanlage handelt, liegt falsch. Zuletzt hatte Bitcoin mit einer Verfünffachung des Kurses innerhalb eines Monats für Schlagzeilen gesorgt. Kritiker halten die virtuelle Währung für nicht praktikabel.
„Spekulanten setzen darauf, dass in Zukunft mehr Menschen Bitcoins zum Zahlen benutzen", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Kräme gegenüber der WirtschaftsWoche. "Die steigende Nachfrage trifft aber auf ein fixiertes Angebot an Bitcoins, sodass der Wechselkurs des Bitcoin gegenüber dem Euro in die Höhe schießt.“ Weil aber niemand seine Bitcoin-Preise ändern wolle, würden mit jedem Kursabfall auch der Wert der Güter erheblich gesenkt.

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