Die ersten Details zu Bilanz Deutschland

Nach MEEDIA-Informationen wird die deutsche Ausgabe von Bilanz im kommenden Jahr sieben Mal erscheinen. Am Freitag wurde bekannt, dass der Journalist Klaus Boldt, seit 1996 in Diensten des ManagerMagazins, spätestens im Frühjahr die Chefredaktion übernimmt. Die erste Ausgabe von Bilanz erscheint als Beilage der Tageszeitung Welt im Mai. Weil Bilanz nicht eigenständig an den Kiosk kommt, liegt der Hauptaugenmerk der Springer AG auf der Vermarktung.

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Warum Springer die deutsche Bilanz nicht als eigenständiges Magazin startet, darf spekuliert werden. Mögliche Gründe: Das Wirtschaftsmagazin-Segment reüssiert am Kiosk nicht (mehr) besonders gut, der Einzelverkauf von Titeln wie Capital, WirtschaftsWoche und ManagerMagazin liegt zwischen etwa 7.000 und 20.000 verkauften Exemplaren im Monat. Der Aufbau einer ausreichend hohen Zahl von Abos dürfte eine Angelegenheit von mehreren Jahren werden. Bei einer entsprechend hohen Reichweite, die die Welt garantieren würde, könnte es mit einem reinen Vermarktungsmodell besser laufen.
Positiver Nebeneffekt: Die gedruckte Welt würde mit Bilanz, das rund 100 Seiten Umfang haben könnte, einen Mehrwert bekommen. Springer legt der Zeitung bereits das Luxusgütermagazin Icon bei. Die Welt, die mit ihren Ausgaben unter der Woche langfristig einen rein digitalen Kurs einschlagen könnte, weil der Springer-CEO das Trägermaterial Papier für ein Auslaufmodell hält, wird Bilanz vermutlich am Freitag und/oder am Wochenende beilegen. An diesen Tagen haben die Leser noch Muße, sich gedruckte Medien intensiver anzuschauen – und sich beispielsweise mit ihrer Geldanlage zu beschäftigen.
Der künftige Chefredakteur Boldt ist ein gern gelesener und gut vernetzter Journalist, hat aber bisher keine Führungserfahrung. Man hatte auch nicht den Eindruck, dass er sie gesucht hätte, lebt und schreibt Boldt doch seit 2001 in New York, fernab der Stammredaktion des Managermagazin in Hamburg. Welche Rolle sein ehemaliger Chef Arno Balzer bei der Besetzung gespielt hat, ist unklar. Balzer dementiert, bei dem Projekt involviert zu sein, wurde aber ebenfalls als Kandidat gehandelt.   
Boldt verantwortete beim MM auch das jährlich erscheinende Sonderheft "Die 500 reichsten Deutschen". Die Original-Bilanz in der Schweiz veröffentlicht eine ähnliche Liste. Es dürfte also keine Überraschung sein, wenn Boldt seine Tätigkeit bei seinem neuen Arbeitgeber fortsetzt. Dem Vernehmen nach sollen Rankings aller Art zu einem Kennzeichen der deutschen Bilanz werden.

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