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Klaus Boldt wird Chef von Springers Bilanz

Klaus Boldt, Medien- und Managerexperte beim ManagerMagazin, entwickelt für Springer die deutsche Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Bilanz. Dies gab die Axel Springer AG am Freitagnachmittag bekannt. Das Blatt soll als Supplement der Tageszeitung Welt erscheinen. Boldt, derzeit für das MM in New York tätig, wechsele spätestens zum Frühjahr 2014. Bilanz ist ein Schweizer Wirtschaftsmagazin, das Springer Ende 2006 in einem Paket übernommen hatte.

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Für einen grauen Freitagspätnachmittag ist das eine Information, die aufhorchen lässt: Klaus Boldt, Verfasser vieler gedrechselter Porträts deutscher Medien-Mächtiger, wird für die Axel Springer AG eine deutsche Ausgabe der Zeitschrift Bilanz entwickeln. Die als Supplement der Zeitung Welt erscheinen soll. Entsprechende Branchengerüchte hatte es bereits diese Woche gegeben, doch gehörte Boldts ehemaliger Chef Arno Balzer zunächst zum Kreis der Aspiranten für den Job. Der dementierte dann aber am Freitag gegenüber MEEDIA. Er spiele bei dem Projekt "keine Rolle". 

Nun also Boldt, dessen Karriere beim Branchendienst textintern begann. Der scharf formulieren kann, Top-Verleger wie Hubert Burda, Mathias Döpfner sowie die Bertelsmann-Bosse aber letztlich halbwegs rücksichtsvoll behandelte. Boldt betreut für das ManagerMagazin u.a. auch die Sonderausgabe "Die 500 reichsten Deutschen".
  
Das Magazin Bilanz erwarb die Axel Springer AG Ende 1996 in einem Paket, bei der Übernahme der Schweizer Jean Frey AG. Bilanz sieht sich als "führendes Schweizer Wirtschaftsmagazin". Aus der Eigenbeschreibung: "Die Bilanz betreibt personalisierten, recherchierten Wirtschaftsjournalismus in Magazinform und pflegt dabei auch eine internationale Optik." Die verbreitete Auflage des Magazins, das mit 23 Ausgaben im Jahr in der Schweiz erscheint, liegt bei knapp 40.000 Exemplaren.

Gerade hatte sich die deutsche Medienszene darauf eingestellt, dass von Springer keine neuen Printtiteln mehr zu erwarten sind. Ist die Bilanz-Entwicklung nun ein Gegenbeweis? Ja und nein. Ja, weil Bilanz seit langem mal wieder ein ernst zu nehmendes neues Printobjekt werden könnte, und sei es nur als Ableger eines Schweizer Titels. Nein, weil Springer-Chef Döpfner nie apodiktisch gesagt hat, es werde bei Springer keine neuen Printmagazine geben, dies sei aber eher unwahrscheinlich.

Dazu kommt, dass Bilanz zumindest zunächst als Supplement der Welt geplant ist und nicht als eigenständiges Magazin, das sich am Kiosk verkaufen muss. Ein klein wenig hätte man sich erhofft, dass Springers nächstes journalistisches Großprojekt ein mutiges digitales Konzept hat, das in Richtung amerikanischer Portale geht. Um mal zu schauen, ob die es können. Aber das kann ja noch kommen.  

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