Bitcoin: Zwischen Höhenrausch und Crash

Die Webwährung Bitcoin haussiert, als würde morgen das Bargeld ausgehen. Anfang des Jahres schwappte eine neue Spekulationswelle durchs Web. Bei 13 Dollar startete die Webwährung ins Jahr, bei 500 Dollar notierte ein Bitcoin indes gestern. In den letzten 24 Stunden geriet der Goldrausch dann komplett außer Rand und Band: In der Nacht war der Bitcoin schon 900 Dollar wert, bevor der große Crash kam und binnen Stunden der Absturz auf 550 Dollar folgte.

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Die Webwährung Bitcoin haussiert, als würde morgen das Bargeld ausgehen. Anfang des Jahres schwappte eine neue Spekulationswelle durchs Web. Bei 13 Dollar startete die Webwährung ins Jahr, bei 500 Dollar notierte ein Bitcoin indes gestern. In den letzten 24 Stunden geriet der Goldrausch dann komplett außer Rand und Band: In der Nacht war der Bitcoin schon 900 Dollar wert, bevor der große Crash kam und binnen Stunden der Absturz auf 550 Dollar folgte.  

Wer dachte, nach den Exzessen des Frühjahrs, als der Kurs vom Bitcoin plötzlich kerzengerade nach oben ausbrach, würde endlich Normalität bei der Webwährung einkehren, erlebt in diesen Tagen sein blaues Wunder. Nachdem ein Bitcoin gestern die 500 Dollar-Marke durchbrochen hatte, folgt nun der totale Gipfelsturm.

Binnen 36 Stunden wurden die nächsten Barrieren bei 600, 700, 800 und sogar 900 Dollar durchbrochen. 1000 Dollar? Darauf wollten Spekulanten nicht warten und machten reflexartig Kasse. Die Achterbahnfahrt nahm seinen Lauf – diesmal nach unten. Bis auf 530 Dollar ging es binnen weniger Stunden nach unten, dann griffen die Schnäppchenjäger wieder zu und veränderten die Richtung – zur Stunde verharrte der Bitcoin wieder knapp unter 800 Dollar.

US-Notenbank und China-Nachfrage befeuern Run

Befeuert wurde der Ausbruch nach oben zuletzt von einer US-Senatssitzung, in der digitale Währungen als Zahlungsmittel diskutiert wurden. Vor allem US-Notenbankchef Bernanke äußerte sich positiv und erklärte, Bitcoin könne ein "langfristiges Versprechen" halten.

Angetrieben wurde der Run auf Bitcoin zuletzt ebenfalls von der offenkundig steigenden Nachfrage in China. So wird das virtuelle Geld neuerdings auch als Zahlungsmittel bei der größten Suchmaschine des Riesenreiches – Baidu – eingesetzt.
 
Virtuelles Geld erst seit vier Jahren im Umlauf

Tatsächlich haussiert die Webwährung, als würde morgen das Hartgeld ausgehen. Das digitale Geld ist in diesen Tagen zu einem Faszinosum geworden, dessen eigentlicher Wert sich den meisten Anlegern nicht erschließt – er ist schlicht virtuell. Bitcoins gibt es nicht als physisches, sondern nur als elektronisches Zahlungsmittel, das bei Online-Transaktionen zum Einsatz kommt oder gegen andere Währungen getauscht werden kann. Bestimmt wird der Kurs eines Bitcoins an der virtuellen Börse Mt. Gox.

Wer in Bitcoins bezahlen will, muss dafür einen Client installieren, der eine virtuelle Geldbörse und einen geheimen Nutzerschlüssel erzeugt. Im Januar 2009 vom Hacker Satoshi Nakamoto (dessen Identität nie geprüft wurde) gestartet, sind Bitcoins sei 2010 als Zahlungsmittel im Einsatz. Zunächst waren sie nur wenige Cent wert: Als erste überlieferte Transaktion gilt die Bestellung von zwei Pizzen für 10.000 Bitcoins.

21 Millionen Bitcoins bis 2140 im Umlauf

Wenig später brach mit der öffentlichen Wahrnehmung und der schnellen Verbreitung als Zahlungsmittel für E-Commerce-Käufe von Kleidung, Büchern, Musik, digitalen Medien u.a. ein neues Zeitalter an. Es folgte ein regelrechter Goldrausch: Von Notierungen von weniger als einem Dollar Anfang 2011 zog der Bitcoin-Kurs binnen weniger Handelstage auf 30 Dollar an, um in den Folgemonaten schnell wieder bis auf wenige Dollar zurückzufallen.

Seit Jahresbeginn läuft nun die zweite, größte Welle des irrationalen Überschwangs: Der Bitcoin-Kurs explodierte von 10 auf 350 Dollar, um dann in eine monatelange Konsolidierungsphase überzugehen. So spekulativ und herdentriebartig die jüngste Kursexplosion ist – fundamental wird der Anstieg immer wieder mit einer künstlichen Verknappung des Angebots begründet. Knapp elf Millionen Bitcoins werden aktuell gehandelt – maximal 21 Millionen Bitcoins sollen bis 2140 virtuell im Umlauf sein.

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