Funke-Deal: Kartellantrag wird gestückelt

Die Axel Springer AG will einen ganzen Batzen von Zeitungen und Zeitschriften an die Funke Mediengruppe verkaufen - der bisherige Antrag auf Genehmigung der Übernahme beim Bundeskartellamt wird aber in vier einzelne Anträge gestückelt. Der Gesamtumfang des Verkaufs bleibe unverändert, heißt es von Funke und Springer. Der Rückzug des Erstantrags erfolge aus formalen Gründen, das Bundeskartellamt habe den Medienunternehmen entsprechende Hinweise gegeben.

Anzeige

Die vier Anträge beziehen sich auf: Regionalzeitschriften und Frauenzeitschriften, Programmzeitschriften, Gemeinschaftsunternehmen Vertrieb und Gemeinschaftsunternehmen Vermarktung. Es gehe darum, das Genehmigungsverfahren "zu vereinfachen und schrittweise gesonderte Freigaben zu ermöglichen", lautet die Begründung. Dies schürt zumindest den verdacht, dass es vom Kartellamt noch Auflagen geben könnte.

Das Bundeskartellamt hatte bereits mitgeteilt, dass es in eine ausführliche Prüfung der Übernahmen gehen würde. Das größte Risiko gibt es vermutlich bei der Übernahme der Programmzeitschriften. Dieser Markt würde nach einer Übernahme von Funke und Bauer Media beherrscht, wo es vorher zumindest drei große Player mit Marktanteilen über 20 Prozent gab. Die Abkoppelung stellt nun sicher, dass die Regionalzeitungen und die Frauentitel vermutlich auf jeden Fall den Besitzer wechseln. Aber auch die Gemeinschaftsunternehmen für Vertrieb und Vermarktung könnten noch vom Kartellamt beanstandet werden.

Das Risiko bei einer Untersagung der Übernahmen liegt bei der Funke Mediengruppe. Seitens der Springer AG heißt es auf Nachfrage, der Verkauf werde nach wie vor im Gesamtpaket abgewickelt – also nicht erst die Zeitungen verkauft, dann die Programmies usw. das heißt: Erst wenn alle Anträge durch sind, mit oder ohne Auflagen, geht der Verkauf über die Bühne. 

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige