„The Taste“: Kochen auf Sparflamme

Wer dachte, die Sache mit den Kochshows wäre endgültig gegessen, hat sich schwer getäuscht. Erst kürzlich verpasste Vox "Grill den Henssler" einen Herbstputz und startete mit "Tortenschlacht" ein Format rund um das Thema Backen. Auch Sat.1 hat sich – im Gegensatz zu vielen Zuschauern - noch nicht an Koch- und Castingshows sattgegessen und bittet nun mit "The Taste" am Mittwochabend Hobby- und Profiköche zum Duell hinter dem Herd. Doch wie heißt es so schön…viele Kochsendungen verderben den Brei?

Anzeige

"Es gibt noch nicht genug Kochshows", erzählte der Pionier des Genres, Tim Mälzer, erst kürzlich dem Klatschblatt Closer. Seine Sendung "Schmeckt nicht gibt’s nicht" wurde 2008 abgesetzt. Alle Versuche den einstigen Erfolg zu wiederholen, waren ein Schuss in den Ofen. Das sollte dem "Rockstar unter den Fernsehköchen" zu denken geben. Tut es wohl aber nicht, denn eben jener bewertet nun zusammen mit seinen Koch-Kollegen Frank Rosin, Lea Linster und Alexander Herrmann die Gerichte anderer Köche und solchen, die es werden möchten.

Weil nun das Format "The Voice" so super funktioniert, will Sat.1 sich ein weiteres Stück vom Kuchen absäbeln und lehnt das neue Koch-Konzept einfach mal an das der Castingshow an. Sprich: Die Gerichte werden blind getestet, die Jury weiß nicht, wessen Gericht sie probiert. Mundet es einem der Vorkoster, so holt dieser den jeweiligen Koch in sein Team. Zusätzlicher Schwierigkeitsgrad: Das Gericht muss auf einem einzigen Löffel serviert werden.
Leider ist bei "The Taste" Hopfen und Malz verloren. Während man bei "The Voice" hört und als Zuschauer auch sieht, wie die Sänger performen, gibt es bei "The Taste" nur eine Art Dauerschleife: Kurzer Film über Koch, Jury, Löffel, Koch. Drei (!) Stunden lang. Koch-Fans hätten sich wahrscheinlich über den ein oder anderen Tipp gefreut oder die Köche zumindest mal in Aktion sehen wollen. Doch das Einzige, was man erfährt, ist "schmeckt" bzw. "schmeckt nicht." 
Auch der gekünstelte Streit zwischen den Juroren fehlt nicht – schließlich macht das doch unter anderem den Erfolg von "The Voice" aus. Mit einem erheblichen Unterschied: Die "The Voice"- Jury besteht aus geborenen Entertainern. Mälzer, Rosin, Linster und Herrmann kochen mit ihren Witzen allerdings auf Sparflamme. Wer in der Werbepause nicht die Flucht ergriffen hat, wird gesehen haben, dass der nächste Clou mit "Das große Backen" (Start: 1. Dezember) bereits in den Startlöchern steht.  

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige