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Gault Millau verspottet Mälzer und Henssler

Die Fernsehköche Tim Mälzer und Steffen Henssler sind gut im Geschäft: Küchenbulle Mälzer ist momentan im NDR zu sehen und geht heute auf Sat.1 mit “The Taste” an den Start. “Topfgeldjäger” Henssler hat die erste Staffel seiner Sonntagskochshow “Grill den Henssler” erfolgreich absolviert - die zweite Staffel ist schon in Planung. Doch ausgerechnet in ihrer Paradedisziplin, dem Kochen, bekommen die beiden einen Dämpfer verpasst. Der Restaurantführer Gault Millau nennt Henssler gar den “Mario Barth der TV-Köche”.

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Das kulinarische Angebot in seinem Restaurant Henssler & Henssler basiere auf „eingehamburgerten Sushi-, Nigiri- und Sashimi-Spezialitäten, „die wenigen Hauptgerichte à la Tuna-Steak und Loup de mer sind seit Jahren nahezu gleich“, schreibt der Restaurantführer in seiner aktuellen Ausgabe. Auch für ein wenig Medienkritik sind sich die Testesser nicht zu schade: “Er ist der Fernsehkoch, der sich in seiner Show ‘Topfgeldjäger’ weidlich über seine Kandidaten lustig macht und auch sonst mit proletarischer Sprache und sexistischen Sprüchen immer wieder Beifall auf offener Bühne einheimst.” Und weiter: “Selbst wenn er nur noch peinlich ist und unter seiner Achsel schnuppert (‘Das ist auch Salz hier, wenn Sie das abschaben, können Sie damit ihre Suppe salzen!’), ist nichts so undelikat, dass sein Publikum es nicht verzeiht.”
Das dürfte dem TV-Koch, der derzeit auf Vox Erfolge feiert, nicht schmecken. Seit einiger Zeit ist der 41-Jährige auch mit einem eigenen Bühnenprogramm unterwegs. Seit Montag laufen montags bis freitags die letzten 30 Folgen "Topfgeldjäger" mit TV-Koch Steffen Henssler, der sich komplett ins Privatfernsehen verabschiedet. Ab Januar wird an seiner Stelle Koch-Kollege Alexander Herrmann den Kochlöffel schwingen. Auch wenn Vox eine zweite Staffel plant: Die Neuauflage der “Kocharena” lief verhalten. Die erste Folge holte gerade noch mittelmäßige Quoten: 870.000 14- bis 49-Jährige reichten für 7,0%, der 12-Monats-Durchschnitt von Vox liegt derzeit bei 7,8%.
Ob Tim Mälzer ab Mittwochabend Sat.1 gute Quoten beschert, wird sich noch zeigen. Die neue Show mit ihm, “The Taste”, lässt sich noch am ehesten als kulinarisches “Voice of Germany” beschreiben. TV-Köche, darunter Frank Rosin und Tim Mälzer, entscheiden nach Geschmacksprobe, ob ein Kandidat weiterkommt. Der Restaurantführer Gault Millau ist sich auch hier nicht zu schade, dem Küchenbullen Mälzer einen Ratschlag mit auf den Weg zu geben: “Es wird Zeit, dass sich Tim Mälzer, der sonst so viele Ideen hat, um seine Gastronomie kümmert; der TV-Ruhm und ein angenehmes Ambiente sind für kein Restaurant eine ständige Erfolgsgarantie.“ Nur zwölf von 20 möglichen Punkten gibt es für seine “Bullerei”. Die Begründung: „Alles in Ordnung, aber alles nicht so richtig erwähnenswert.”
Zumindest Mälzer dürfte die Kritiker der Testesser kalt lassen. "Ganz ehrlich, der Gault Millau soll mich am Arsch lecken", erzählte der 42-Jährige einmal der Welt. "Den nehme ich seit Jahren nicht mehr ernst. Die meisten Restaurant-Kritiker sind in meinen Augen überbewertet, die können doch selbst nicht mal einen Liter Wasser kochen."

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