Bank rechtfertigt sich für Sonneborn-Interview

Wie ist das Pannen-Interview von Satiriker Martin Sonneborn mit der Deutschen Bank zustande gekommen? Diese Frage werden sich viele Zuschauer nach der “heute show” gestellt haben. Der Clip, in dem der Ex-Titanic-Chef einen Mitarbeiter der Deutschen Bank mit angeblich durch die Bank vorformulierten Fragen vorführt, ging nach der Sendung viral. Nach viel Spott und Häme hat sich nun erstmals das Geldhaus in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu der PR-Panne geäußert.

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Demnach räumt Sonneborn ein, dass der Bank vorab nicht sein Name mitgeteilt worden sei. Auch habe man sich nicht als ZDF angemeldet, sondern über die verantwortliche Produktionsfirma Smac Film. Unter dem Vorwand, für eine junge Zuschauerschaft einen Beitrag über Hedgefonds, Millionengehälter und die Finanzkrise zu drehen. Eine kurze Recherche über die Firma hätte ergeben, dass diese für die ”Doku” “Die Partei” aus dem Jahr 2009 verantwortlich zeichnet. Dies hätte die Banker dann auf die Spur Sonneborns bringen können – immerhin ist er die Galionsfigur der Satirepartei "Die Partei".
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Die Interview-Anfrage war ursprünglich für die ZDFneo-Sendung "Sonneborn rettet die Welt" gestellt worden, in der Sonneborn sich in bewusst naiver Art mit existenziellen Fragen auseinandersetzt – eben auch mit der globalisierten Finanzwelt. Sonneborn sagte nun gegenüber der FAZ: "Im Prinzip wollten wir ein seriöses Interview machen – aber die Bank wollte nicht.” Will heißen: Er wollte schlicht ein Interview. Es war nicht von vorneherein geplant, die Bank mit ihren sich selbst gestellten Fragen vorzuführen.
Die Deutsche Bank rechtfertigt das seltsame Vorgehen, die Fragen mit Antworten gleich mitzuschicken, damit dass die Produktionsfirma im Vorfeld Fragen gestellt habe, die man als zu komplex für ein junges Publikum erachtete. Man habe deswegen vorgeschlagen, wie man schwierige Zusammenhänge für Jugendliche einfach vermitteln könne. Daraufhin habe die Produktionsfirma dem Dreh zugestimmt.
Sonneborn hält in der FAZ dagegen. Laut seiner Aussage hätte der Termin nur unter der Bedingung stattfinden können, dass man sich an die vorab vereinbarten Fragen und Antworten halten würde. Dennoch bleibt die Fragen offen: Warum hat die Bank das Interview nicht spätestens dann abgebrochen, als man das unverkennbare Gesicht von Sonneborn in der Lobby entdeckte? Dort hat er sich immerhin brav mit echtem Namen vorgestellt. Und auch der Verlauf des Gesprächs hätte dem Bank-Vertreter eigentlich komisch vorkommen müssen.

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