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RTL Group kämpft mit rückläufigem Umsatz

Die RTL Group stemmt sich gegen den in vielen Ländern rückläufigen Werbemarkt. Während die TV-Werbung in Deutschland in den ersten neun Monaten praktisch stagnierte (+0,1%), sanken TV-Werbe-Investitionen in anderen Ländern teils deutlich. Der Umsatz der RTL Group gab in den ersten neun Monaten leicht um 1,5% auf 4,048 Mrd. Euro nach. Konkurrent ProSiebenSat.1 hatte im gleichen Zeitraum den Umsatz um 12,6% steigern können.

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Allerdings ist die ProSiebenSat.1 Group mit 1,765 Mrd. Euro Umsatz in den ersten neun Monaten auch deutlich kleiner als die RTL Group mit ihren über 4 Mrd. Der operative Gewinn (EBITA) der RTL Group stieg um 6,4% auf 714 Mio. Euro in den ersten neun Monaten – wieder einmal dank der guten Geschäfte von RTL Deutschland. Allein die deutsche RTL-Dependance lieferte 399 Mio. Euro zum operativen Gesamtgewinn. Die Umsatzrendite der Gruppe verbesserte sich von 16,3 auf 17,6%. Im 3. Quartal war der operative Gewinn allerdings leicht rückläufig.

Ein Sorgenkind bleibt Frankreich, wo der TV-Werbemarkt um 5,2% zurückging. Der operative Gewinn (EBITA) der Groupe M6 sank dort in den ersten neun Monaten von 161 auf 154 Mio. Euro in den ersten neun Monaten. Grund waren auch Anlaufkosten für den neuen Digitalsender 6ter. In den Niederlanden steigerte RTL Nederland den operativen Gewinn um 5,5% auf 58 Mio. Euro. Die Produktionssparte FremantleMedia verzeichnete einen von 82 auf 77 Mio. zurückgegangenen operativen Gewinn.

Betrachtet man nur das 3. Quartal, so sank der Umsatz der RTL Group dort um 2,1% auf 1,269 Mio. Euro. Auch der operative Gewinn (EBITA) sank im 3. Quartal, und zwar von 165 auf 162 Mio. Euro. Im Vorjahr war da allerdings der Verkauf eines Gebäudes in London eingerechnet. Nimmt man diesen Einmal-Effekt raus, dann wäre das EBIT um 7,3% gestiegen, wie die RTL Group in ihrer Pressemitteilung nicht vergisst zu erwähnen. Aber der Verkauf gehört nunmal zum EBIT.

Die RTL Group ist noch immer sehr stark, kein Zweifel. Sie kämpft aber erkennbar, die erreichte Stärke zu halten. Wachstumsfantasie ist derzeit wenig zu erkennen. Da helfen auch die Hinweise auf Beteiligungen an YouTube-Vermarktern und gestiegene Abrufzahlen bei Online-Videodiensten nichts. Der hiesige Konkurrent ProSiebenSat.1 ist zwar deutlich kleiner, wächst aber derzeit deutlich dynamischer – um mal die Lieblings-Vokabel des dortigen CEO Thomas Ebeling zu benutzen.

Hier erkennt man die unterschiedlichen Strategien der beiden Häuser. Die RTL Group hängt noch stärker als ProSiebenSat.1 am traditionellen TV-Geschäft. Darum ist die RTL Group auch anfälliger für die schwierigen Zyklen im TV-Werbemarkt. Bei ProSiebenSat.1 haben sie mittlerweile einen digitalen Gemischtwarenladen aufgebaut, der Erlöse aus vielen verschiedenen Quellen speist. Immerhin 21% der Erlöse stammen bei den Münchnern von P7S1 aus dem Geschäftsbereich Digital & Adjacent. Will die RTL Group dauerhaft weiter wachsen – und wer will das nicht – muss der Konzern noch unabhängiger von TV-Werbung werden.

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