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News-Branche in der Post-Wahl-Depression

Nach dem September, der den Nachrichten-Angeboten nicht zuletzt durch die Bundestagswahl neue Rekorde beschert hatte, ging es im Oktober wieder ein Stück nach unten. Vor allem die großen Kontrahenten büßten laut IVW Visits ein, am deutlichsten Focus Online und Die Welt. Nach oben ging es vornehmlich für Angebote von Regionalzeitungen - sie hatten vorher nicht so von der Wahl profitiert und gewannen nun hinzu. Der Vergleich Online/Mobile zeigt: Mobile entwickelt sich erneut deutlich positiver.

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Auf 1,08 Mrd. Visits kamen die von MEEDIA als Nachrichten-Angebot klassifizierten Wettbewerber im Oktober online und mobil – ein Minus von 1,2% gegenüber dem September. Beachtet man, dass der Oktober einen Tag länger war als der September, läge das bereinigte Minus also noch einen Tick höher. Vor allem die überregionalen Anbieter büßten dabei Visits ein – sie hatten im September noch von der Bundestagswahl profitiert – zusätzlicher Traffic, der nun wieder verloren ging. Die sieben Großen der Branche lagen unter dem September, erst FAZ.net auf Platz 8 konnte zulegen.

Am deutlichsten büßten Focus Online und Die Welt Traffic ein: Focus Online lag 6,2% unter dem Vormonat, Die Welt sogar 7,8%. Dadurch fiel Die Welt im MEEDIA-Ranking erstmals seit März 2010 wieder hinter Süddeutsche.de hinzu, zu der allerdings auch der Traffic der Abendzeitung gezählt wird, der rund 17% der Seitenabrufe ausmacht. Die Welt lässt allerdings auch diverse Fremde-Angebote mitzählen – u.a. Teile von immonet.de.

Der größte Gerwinner in der Top 25 ist das manager magazin, das sich um 18,4% verbesserte. Schaut man allerdings auf die Angebotsbestandteile, so lag das vor allem am Karriere-Ressort von Spiegel Online, das wie gehabt bei der IVW Teil des manager magazins ist – und nicht Teil von Spiegel Online. Es gewann bei den Page Impressions 22,8% hinzu, die eigentlichen Seiten auf manager-magazin.de immerhin 7,8%. Zweistellig gewann zudem das Medienhaus Lensing (Ruhr Nachrichten) hinzu, das vor allem von seinen Mobile-Zahlen profitierte, die offenbar erst seit Oktober komplett mitgezählt werden.

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Auch auf den Rängen 26 bis 50 gewannen einige Regionalzeitungs-Ableger mehr als 10% hinzu: die Badische Zeitung, die Neue Osnabrücker Zeitung, shz.de, die Rhein-Zeitung und die Nordwest-Zeitung. Sie alle hatten im September nicht so sehr vom überregionalen Topthema Bundestagswahl profitiert, verloren dementsprechend auch diesen Traffic nicht in der Form wie die großen News-Websites. Verluste gab es auf den Rängen 26 bis 50 vor allem für die Frankfurter Rundschau und taz.de.

Interessant ist auch diesmal der Vergleich zwischen Online- und Mobile-Zahlen. Denn erneut wird hier deutlich, wie viel positiver sich der Mobile-Traffic derzeit entwickelt. Zunächst die Top 20 nach Visits der herkömmlichen Websites: 16 der Top-20-Angebote büßten hier gegenüber dem September Visits ein, einzig FAZ.net, Handelsblatt, RP Online und manger magazin liegen über dem Vormonat. Focus Online verlor hingegen satte 12,5%, N24 9,0% und Die Welt 7,0%.

Bei den mobilen Visits verloren hingegen nur 6 Anbieter gegenüber dem September – alle anderen 14 legten zu. Die Verlierer heißen hier Bild.de, n-tv.de, Süddeutsche.de, Die Welt, stern.de und Zeit Online, also allesamt große überregionale Player, für der erwähnte Faktor Bundestagswahl gelten dürfte. Express Online gewann hier hingegen 10,6% hinzu, N24 Online 20,3% und die Ruhr Nachrichten 85,4%. Allerdings dürften hier im September noch keine kompletten Mobile-Zahlen ausgewiesen worden sein, sodass der Vergleich etwas hinkt.

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