Nach Springer: Auch Burda will in VG Media

Nach der Axel Springer AG hat nun auch Hubert Burda Media erklärt, der VG Media beitreten zu wollen. Die Verwertungsgesellschaft, an der sich Springer und Burda beteiligen, soll im Auftrag der Verlage das von der schwarz-gelben Koalition zugesprochene Leistungsschutzrecht verwerten. Verlage hätten "jetzt die große Chance, selbst über die gewerbliche Verwertung ihrer Inhalte durch Suchmaschinen und Aggregatoren zu entscheiden", sagt Burda-Vorstand Philipp Welte.

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Die Gespräche mit der VG Media, in der rund 150 Medienunternehmen, vor allem Rundfunkstationen, organisiert sind, seien "weit fortgeschritten". Wie Springer will Burda Gesellschafter der VG Media werden. Dies bedeutet aber auch, dass Burda es der Gesellschaft überlässt, wie exakt das Leistungsschutzrecht ausgeübt werden soll. Als Gesellschafter hat der Verlag natürlich Möglichkeiten, die Rechtverwertungspraxis mit zu gestalten.
In der vergangenen Woche hatte bereits Springer mitgeteilt, das Recht über die VG Media ausüben zu lassen. Springer-Manager Christoph Keese, der die Einführung des Schutzrechts maßgeblich vorangetrieben hatte, ließ dazu auf seinem Blog wissen: "Natürlich soll das Recht auch Google gegenüber geltend gemacht werden, wie allen anderen Suchmaschinen und Aggregatoren gegenüber auch." Zur Erinnerung: Mit dem Leistungsschutzrecht wollen sich die Verlage die Verwertung ihrer Inhalte vor allem durch Web-Aggregatoren und Suchmaschinen bezahlen lassen – im Falle von Google würde das mindestens auf eine Art Lizenzgebühr für die Nutzung von Text-Snippets hinauslaufen.
Springer wie Burda gestatten Google seit dem 1. August vorübergehend die kostenlose Anzeige solcher Snippets auf Google News. Google hatte seinerseits um ein Opt-in, also eine aktive Zustimmung zur Nutzung durch Google gebeten. Auf den Traffic mag kein verlag verzichten. Falls nun Geld fällig würde, könnte Google natürlich auf die Berücksichtigung der Web-Angbeote von Springer und Burda sowie anderen Verlagen verzichten.  
Ob weitere Verlage der VG Media beitreten wollen, ist bisher unklar. Weil es der pragmatische Weg gegenüber der Gründung einer eigenen Verwertungsgesellschaft ist, wird es vermutlich aber eine ganze Reihe von Nachzüglern geben, die allerdings auch nicht unbedingt Gesellschafter der VG Media werden müssten.

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