Hundehasser-Heft als Gewerkschafts-Test

In den 90er Jahren war Wulf Beleites bundesweit bekannter Talkshow-Schreck mit seiner Fake-Zeitschrift Kot & Köter. Mit dem angeblichen Magazin für Hundefeinde hatte er den Irrsinn der damals modernen Daily-Talkshows vorgeführt. Jetzt soll es das Magazin wirklich geben. Das Ganze ist ein Experiment anlässlich des kommenden Journalistentages der Gewerkschaft Deutsche Journalisten Union (dju). MEEDIA sprach mit dem passionierten Hundefeind Beleites über Kot & Köter.

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Haben Sie eigentlich selbst einen Hund?
Nein, habe ich nicht. Aber mein Großvater hatte einen Spitz, vor dem wir Kinder uns gefürchtet haben. Und nicht ohne Grund, denn er hat mich einmal gebissen. "pummi" hieß der Kerl, also der Hund, nicht mein Großvater.

"Kot und Köter" war ein Satire-Projekt, um den Talkshow-Quatsch der 90er Jahre vorzuführen – was auch gelungen ist. Meinen Sie es diesmal ernst?

Ja. Es ist ein Crowdfunding-Experiment, von dem ich hoffe, dass es erfolgreich ist. Und sollte die Summe in der noch verbleibenden Zeit eingehen, wird es natürlich die Nullnummer geben. Das habe ich angekündigt, das werde ich halten, damit werde ich dann den mühevollen Weg der Abo-Akquise gehen, um die Ausgabe tatsächlich viermal im Jahr auf den Markt zu bringen.

1998 sagten Sie im NDR: " So eine Zeitschrift hat auf dem Markt überhaupt keinen Platz. So eine Zeitschrift wird es nie geben." Was hat sich geändert?
Nix. – Aber ich habe damals gesagt, dass es genug Leser geben würde, aber eben keine Anzeigen. 1998 gab es noch kein Crowdfunding, heute jedoch und das könnte eine Möglichkeit sein.

Im Video zum Projekt bei Krautreporter zeigen sie einen Mann, der Pfandflaschen sammelt, um vom Erlös eine Ausgabe "Kot und Köter" zu kaufen. Was wollen Sie uns damit sagen?

Werbung sollte möglich sein in so einer Zeitschrift, aber "Erstmal zu Penny" ist keine Lösung. Obgleich Idee und Slogan genial sind und ich glaube, dass Penny zugreifen wird, bevor Lidl Interesse anmeldet.

Warum lassen Sie das Projekt gerade jetzt aufleben?
Ich bin stellvertrtender dju-Bundesvorsitzender. Die dju in ver.di veranstaltet jährlich Ende November den dju-Journalistentag in Berlin. In den vergangenen Jahren haben wir immer über die schwierige Situation der Branche und unsere journalistische Misere diskutiert. Für den Journalistentag 2013 wollten wir in der Vorbereitungsgruppe es einmal anders machen und positive Möglichkeiten aufzeichen. Daher das diesjährige Motto "Genug gejammert – Zukunft jetzt! Gute Ideen für modernen Journalismus". Ein Thema war auch Crowdfunding und ich sagte einen Selbstversuch (Projekt Kot & Köter) zu. Das Ergebnis werde ich nach Ablauf des Crowdfunding-Projektes auf dem dju-Journalistentag am 30. November 2013 in Berlin vorstellen. Hoffentlich erfolgreich.

Bisher sind erst 305 Euro von 7.000 da. Da geht noch was, oder?

Klar geht da noch sehr viel. Sind ja nun schon bei 5 Prozent der angestrebten Summe. – Aber eine Erfahrung kann ich jetzt schon ziehen: Sollte jemand ein Crowdfunding-Projekt starten, muss die Vorbereitung bis zum Projektstart stehen. Erst nach dem Star mit neuen Ideen zu kommen, verzögert den Projektablauf.

Welche Hundehalter sind die schlimmsten?
Die Scheinheiligen. Also im konkreten Fall: Würde mich jemand dabei ertappen, dass ich Welpen in meiner Wohnung großziehe, dann …

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