Apple legt Spionage-Anfragen offen

Zwischen 1.000 und 2.000 Anfragen durch US-Geheimdienste und Behörden sind bei Apple im ersten Halbjahr 2013 eingegangen. Der Konzern äußerte sich am Dienstag erstmalig zur Weitergabe von Kundendaten an nationale und internationale Behörden und kritisierte die "Knebelpolitik" der USA. Apple spricht sich in einem siebenseitigen Dokument ausführlich gegen die Weitergabe von Kundendaten aus. Mit fünf weiteren IT-Konzernen hatte das Unternehmen vergangene Woche den Kongress zur Reform der Spähprogramme aufgefordert.

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In dem Brief an den Justizausschuss des Senats fordern Apple, Google, Microsoft, Facebook, Yahoo und AOL eine bessere Kontrolle des Geheimdienstes NSA, einen stärkeren Schutz der Privatsphäre der Nutzer und mehr Transparenz, was den Grund er Anfragen angeht. "Die jüngsten Enthüllungen zur Überwachung haben in den USA und im Ausland ernste Bedenken hervorgerufen", heißt es in dem Schreiben.
Von einer Klage sieht man bei Apple vorerst ab. Allerdings hätte man in einem weiteren Schreiben an das US-Außenministerium um mehr Transparenz bei Anfragen durch internationale Behörden gebeten.
Zu den Anfragen durch nationale Behörden teilt Apple nur wenig mit. Hier sind mit Verweis auf "Nationale Sicherheitsbelange" nur vage Angaben erlaubt. Apple rundet also nicht freiwillig auf, wenn von 1000 bis 2000 Regierungsanfragen im ersten Halbjahr 2013 die Rede ist. Immerhin darf der Konzern mitteilen, dass es noch keinerlei Anfragen unter Berufung auf den Patriot Act im Rahmen des Anti-Terror-Kampfes gegeben hat.
Die meisten Anfragen stammen aber nicht von der NSA, sondern würden im Rahmen von Kriminalermittlungen zu Diebstählen und anderer Verbrechen gestellt. Dazu zähle auch die Suche nach vermissten oder suizidgefährdeten Menschen. Mehrere hundert Anfragen stammten zudem nicht aus den USA, sondern seien von internationaler Seite gestellt worden – darunter 93 aus Deutschland.
Das Unternehmen fordert seit Längerem eine angemesse Regelung für die Weitergabe von Kundendaten. Bislang scheint die Regierung in Washington aber nicht auf die Wünsche der IT-Konzerne im Silicon Valley einzugehen.

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