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Upcoming: der verhinderte Buzzfeed-Klon

Während Medien-Deutschland noch darüber rätselt, ob und wann die Axel Springer AG einen Klon der erfolgreichen US-Website Buzzfeed hierzulande startet, haben die Niederländer Nägel mit Köpfen gemacht. Vor einigen Tagen startete Upcoming.de, ein reinrassiger Buzzfeed-Klon. Dahinter steckt, wie bei der Mutter-Website Upcoming.nl mit der Telegraaf Media Group sogar ein etabliertes, klassisches Medienunternehmen. Es bleibt beim Buzz aus Holland aber noch reichlich Luft nach oben.

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In den Niederlanden kommt Upcoming.nl schon auf rund 500.000 Unique Visitors pro Monat. Das hat der Chefredakteur Koen Droste der Website Lousypennies.de verraten. Die Redaktion für das deutsche Upcoming.de besteht aus derzeit drei deutschsprachigen Redakteuren, die in der Zentrale in Amsterdam sitzen. Einige der Artikel stammen auch von der Mutter-Site und werden einfach nur übersetzt. Für Deutschland erhofft sich Droste nach den ersten paar Wochen ebenfalls Reichweiten wie beim niederländischen Original. Sollte möglich sein, immerhin ist der Markt in Deutschland ungleich größer.

Geplant seien außerdem eine mobile Seite sowie Apps für iOS und Android. Inhaltlich ist Upcoming allerdings bestenfalls so etwas wie ein Buzzfeed im sehr frühen Entwicklungsstadium. Während die Amerikaner daran arbeiten, auch mit echtem Journalismus Gehör zu finden und auch ihre Video-Abteilung massiv ausgebaut haben, setzt Upcoming ganz auf die berühmt-berüchtigten “Listicles”, die auch Buzzfeed zunächst groß gemacht haben.

Gemeint sind mehr oder weniger witzige Artikel in Listenform, die zum Weiterleiten animieren sollen. Allerdings reicht auch in dieser Disziplin die niederländische Kopie nicht an das US-Original heran. Während Buzzfeed es regelmäßig schafft, tatsächlich absurde Kategorien und Ideen zu entwickeln (aktuelles Beispiel: “22 Reasons Hash Browns Should Be Your Life Partner"), wirken die Listen bei Upcoming.de oftmals eher lieb- und wahllos zusammengestellt.

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Unter der Überschrift Diese Radfahrer haben zu tief ins Glas geschaut” findet sich etwa eine Liste mit beliebig zusammengewürfelten Bildern und GIFs, die Radfahrer in vermeintlich lustigen Posen zeigen. Die “10 unvergessenen Reklameliedchen von früher” sind zwar auf den ersten Blick eine hübsche Idee, die tatsächlich präsentierten Werbe-Spots wirken dann aber wiederum eher schnell zusammengesucht. Zumal einige der Spots weder Reklameliedchen zu bieten haben, noch Kultcharakter besitzen (Toffifee) oder schlicht und ergreifend einfach bescheuert sind (der Rügenwalder-Beau). Und niesende Tiere sind erstens nicht wirklich neu und man sie im Web auch schon lustiger gesehen

Da merkt man eben doch, dass für Buzzfeed über 220 Leute arbeiten und für Upcoming.de nur drei. Die Frage nach einem deutschen Buzzfeed wird nach wie vor heiß in der Branche diskutiert. Upcoming.de wird vermutlich nicht die finale Antwort darauf sein.

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