Springer und Google starten Kooperation

Es geht um viel Geld und auf einmal sind Springer und Google ziemlich beste Freunde. So haben das US-Unternehmen und Axel Springer Media Impact (ASMI) am heutigen Montag eine enge Zusammenarbeit zur automatisierten Vermarktung von digitalen Werbeflächen vereinbart. ASMI will ab 2014 Teile seiner Online-Vermarktung über die Real-Time-Bidding-Plattform Doubleclick AdExchange realisieren. Eine solch enge Partnerschaft zwischen Google und einem Verlag gab es in Deutschland bislang noch nie.

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Die Partnerschaft ist zunächst auf mehrere Jahre angelegt. "Dass die Vermarktung redaktioneller Angebote von Verlagen im Internet und mobil noch stärker zunimmt, ist das erklärte Ziel unserer vielfältigen Partnerschaften mit Medienunternehmen – in den vergangenen Jahren wie auch in Zukunft", erklärt Philipp Justus, Managing Director von Google in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Die neue Vereinbarung mit der Vermarktungstochter von Axel Springer stellt dabei einen Meilenstein dar. Wir sind zuversichtlich, dass dieser Partnerschaft weitere mit anderen Medienhäusern folgen werden."
Google ist mit seiner AdExchange-Plattform nach eigener Aussage einer der führenden Anbieter von Real-Time-Bidding-Technologie. Die Technologie ermöglicht Werbungtreibenden und Publishern die Optimierung ihrer Werbe- und Vermarktungsaktivitäten in Echtzeit.

„Die Google AdExchange bietet uns die Möglichkeit, unsere Standardwerbeplätze noch effektiver zu vermarkten. Dabei eröffnen sich uns die Vorteile aus einer leistungsstarken Technologie, aus zusätzlichen, automatisierten Kundenbeziehungen und aus einer transparenten Steuerung unseres sogenannten Long-Tail-Inventars", kommeniert Springer-CMO Peter Würtenberger. "Unsere Premium-Werbeplätze werden auch in Zukunft ausschließlich über unsere eigenen Verkaufsstrukturen an Kunden und Agenturen vermarktet.“
In den jüngsten Vergangenheit waren beide Parteien nicht unbedingt auf Kooperation aus. Die Debatte zum Leistungsschutzrecht zog sich über mehrere Monate, in denen sowohl Google als auch Axel Springer konträre Standpunkte vertraten. Die Vereinbahrung der beiden Konzerne, bedeutet in diesem Punkten auch keine Aussöhnung. „An unserem Standpunkt in Fragen des Leistungsschutzrechtes, ändert die Erweiterung der Geschäftsbeziehung in der Vermarktung nichts", erklärte ein Springer-Sprecher auf MEEDIA-Anfrage.

Schon während der LSR-Diskussion hatte Google immer wieder darauf hingewiesen, dass seiner Meinung nach kommerzielle Partnerschaften mit den Verlagen für beide Seiten viel erfolgversprechender wären, als gesetzliche Lösungen. In diese Argumentationskette passt der Springer-Deal – zumindest aus Sicht der US-Company – vorzüglich.

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