New York Times-Chef freut sich trotz Verlust

Die New York Times gewinnt weiter Digitalabonnenten. Zum Quartalsende hatte die US-Zeitung 722.000 Kunden, die kein Papier-Produkt mehr zur Hand nehmen, aber trotzdem für Journalismus der Times zahlen. In einem Interview mit MEEDIA hatte NYT-Managerin Yasmin Namini vor kurzem noch knapp 700.000 Kunden genannt – die Sättigungsgrenze ist, anders als Kritiker des Modells denken, offenbar noch nicht erreicht. Während die Vertriebserlöse um knapp 5 Prozent stiegen, sanken die Anzeigenerlöse.

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Die New York Times selber wählte für ihren Artikel in eigener Sache die Überschrift "Times Co. Posts a Loss, Hurt by Sale of the Globe". Die von Spiegel Online leicht bearbeitete Meldung der dpa lautete in der Titelzeile so: "Mehr Digital-Abos bei der New York Times". Was ganz gut spiegelt, wie die weiterhin brennendste Frage deutscher Medienunternehmen derzeit lautet: Funktioniert Paid Content im Internet?
Im Vorjahresquartal lag die Zahl der Digital-Abos noch bei  566.000 – der Sprung ist also durchaus ansehnlich. Wobei US-Zeitungen generell das Feld der Vertreibserlöse erst in den vergangenen Jahren so richtig entdeckt haben, bzw. entdecken mussten. Das Verhältnis von Anzeigenerlösen und Vertriebserlösen lag vor der Zeitungskrise in den USA bei etwa 80 zu 20 Prozent.
Was zu denken geben könnte – nicht nur die Print-Anzeigenerlöse sanken im Vergleich zum Vorjahr (um 1,6 Prozent), sondern auch die digitalen Anzeigenerlöse – um 3,4 Prozent. Zum Vergleich: Mit Printwerbung generierte die NYT im dritten Quartal 138 Millionen Dollar. Mit digitalen Werbeformaten 32,8 Millionen Dollar.
Unterm Strich blieb ein Quartalsverlust von 24 Millionen Dollar für das Medienunternehmen, der in erster Linie durch Restrukturierungskosten ausgelöst wurde. So hatte die Times Co. u.a. den Boston Globe verkauft, für 70 Millionen Dollar. Der operative Gewinn stieg derweil auf 12,8 Millionen Dollar. CEO Mark Thompson sei "ermutigt", heißt es in dem Times-Artikel. Er hob den Gesamtumsatzanstieg von 1,8 Prozent hervor, auch die sinkenden Kosten – und Fortschritte bei Umsetzung der Strategie. Trotzdem bleibe "noch sehr viel Arbeit auf dem Weg, unser Geschäftsmodell zu transformieren".    

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