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Neo Magazin: Meta-Quatsch für Medienfuzzis

Jan Böhmermann ist unzweifelhaft eines der größten komischen TV-Talente, die dieses abgefuckte Business zu bieten hat. Sein “Neo Magazin”, das gestern bei ZDF Neo debütierte lohnte sich alleine schon wegen des genialen Musical-Vorspanns unter Mithilfe von Domian und Markus Lanz. Auch danach war sich Böhmermann für keinen Quatsch zu schade. Fraglich nur, ob diese grandiose Revue mit ihren vielen Branchen-Anspielungen ein Publikum jenseits der Zielgruppe der Medienfuzzis findet.

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Studiogast Oliver Welke hatte Jan Böhmermann zwar freundlicherweise das Rezept für Erfolg im ZDF mitgebracht (“Einfach weitersenden.”) – ob das beim Schlaks Böhmermann und seiner irren Nummern-Revue auch so wirkt wie bei der mittlerweile kultisch verehrten “heute show” mit Oliver Welke, ist indes noch nicht ausgemacht. Zwar sang Böhmermann zu Beginn in seiner hinreißenden Musicalnummer, in der er den Trennungsschmerz von Co-Moderatorin Charlotte Roche  aufarbeitete, dass ihm 0,4% Marktanteil reichen würden. Zur Premiere kam das “Neo Magazin” aber trotz ordentlich PR-Wirbel – Schockschwerenot! – nur auf 0,3%. Das mag freilich auch daran liegen, dass die überschaubare Zielgruppe dieses Magazins die Sendung eher über die Mediathek im Internet schaut.

Inhaltlich gab es jedenfalls wenig bis gar nichts zu meckern. Böhmermann schweinigelte mit Promi-Parfüms rum, machte sich intelligent über die NSA-Abhöraffäre lustig, indem er Internet-“Geheimnisse” des Studiopublikums ausplauderte (“Prism is a dancer”), präsentierte eine sinnfreie Gaga-Nummer mit Gina-Lisa Lohfink und Pferden und nötigte Oliver Welke dazu, seine Tätowierung zu zeigen. Die halbe Stunde “Neo Magazin” verging wie im Fluge. Mit dabei ist das gewisse Retro-Design, das an “Roche & Böhmermann” erinnert, und auch der sonore Sprecher der eingestellten Talkshow wird bei Böhmermann weiterbeschäftigt.

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Ob diese Show mit ihren zahllosen selbstreferentiellen Medienbranchen-Anspielungen zu Marktanteilen, öffentlich-rechtlichen Digitalkanälen und Medien-Personen auf Dauer ein “normales” Publikum jenseits von Medienjournalisten und Branchensindern findet, muss sich zeigen. Zumindest diesen beiden Personengruppen dürfte der grandiose Quatsch, den Jan Böhmermann da in seinem “Neo Magazin” abzieht, aber riesig Spaß machen.
"Neo Magazin" in der Mediathek

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