DJV rät zum Verzicht von Google und Yahoo

Was bedeuten die aktuellen Snowden-Enthüllungen eigentlich für Journalisten? Der Spiegel hat unter dem Eindruck der NSA und GCHQ-Spionage gerade erst seine Regeln präzisiert, wie Informanten mit der Redaktion Kontakt aufnehmen sollen. Jetzt meldet sich auch der Deutsche Journalisten Verband zu Wort und rät seinen Mitgliedern, auf Google und Yahoo zu verzichten. Stattdessen sollten die Reporter auf sicherere Dienste mit einem vergleichbaren Leistungsspektrum setzten.

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„Die Recherchen von Journalistinnen und Journalisten sind genauso vertraulich wie die Kontaktdaten der Informanten und die Inhalte der Kommunikation mit ihnen“, sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. In Hinblick auf die Ausspährisiken bei Google- und Yahoo-Diensten sagt der Funktioniär: „Es gibt durchaus andere Suchmaschinen und Anbieter von E-Mail-Diensten, die nach bisherigem Kenntnisstand als sicher gelten“. Bei vergleichbarem Leistungsspektrum dieser Dienstleister sollten Journalisten wechseln, mindestens aber Verschlüsselungstechniken anwenden.

Wie die Washington Post am Mittwoch enthüllte, zapften NSA und GCHQ offenbar Nutzerdaten u.a. von Google und Yahoo ab, die innerhalb derer Datenwolken zwischen den Servern hin- und hergeschickt werden. Sie haben mutmaßlich keinen direkten Server-Zugriff, aber einen Weg gefunden, auf dem Weg zwischen verschiedenen internen Datenzentren eine Abzweigung einzubauen, über die Daten kopiert, analysiert und gefiltert werden. Das entsprechende Spähprogramm soll Muscular heißen. Es unterscheidet sich also von dem in den USA richterlich abgesegneten Prism-Programm, über das die NSA direkt und offiziell angeblich sicherheitspolitisch relevante Informationen abfragt.

Hilfe von den Staatsregierungen zum Schutz der vierten Gewalt erwartet der Journalisten-Verband schon gar nicht mehr. „Appelle an die Regierungen, den Informantenschutz und die Freiheit der Berichterstattung zu garantieren, blieben offenbar wirkungslos“, meint der DJV. Stattdessen bleibt den Berichterstattern nichts anderes übrig, als die Konsequenzen zu ziehen und ihre Arbeitsweise verändern.

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