Börsengang von Criteo: Der stille Franzose

Während sich alle Augen auf das Twitter-IPO richten, hat der französische Online-Werbevermarkter Criteo die Gunst der Stunde genutzt und gestern ein furioses Debüt an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq hingelegt. Der Spezialist für per Retargeting personalisierte Display-Anzeigen konnte am Ende des Tages ein Plus von 14 Prozent ins Ziel bringen. Das französische Internet-Unternehmen hat bei der Neuemission rund 250 Millionen Dollar erlöst und ist nun über zwei Milliarden Dollar wert.

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Während sich alle Augen auf das Twitter-IPO richten, hat der französische Online-Werbevermarkter Criteo die Gunst der Stunde genutzt und gestern ein furioses Debüt an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq hingelegt. Der Spezialist für per Retargeting personalisierte Display-Anzeigen konnte am Ende des Tages ein Plus von 14 Prozent ins Ziel bringen. Das französische Internet-Unternehmen hat bei der Neuemission rund 250 Millionen Dollar erlöst und ist nun über zwei Milliarden Dollar wert. 

Es sind wahre Sternstunden: Nie ging es der Internetbranche besser als heute, nie wurde mehr verdient als in diesen Tagen, nie standen die Aktien höher. Google, Amazon und Facebook verkündeten in den vergangenen Tagen bei Vorlage ihrer Konzernbilanzen Fabelergebnisse; die Aktionäre fierten eine rauschende Börsenparty.

Danach sieht es auch in der kommenden Woche beim IPO von Twitter aus, der nach Meinung einiger Marktexperten zu günstig gepreist sein könnte. Dabei hätten Anleger gar nicht bis nächste Woche warten müssen, um mit einem Neuling aus der Internetbranche an der Börse zu verdienen.

Immer höhere Kurse vor dem IPO

Nur einen Monat nach dem spektakulären Börsendebüt des Ad-Tech-Spezialisten Rocket Fuel konnte ein weiterer Online-Werbevermarkter bei seinem IPO brillieren. Criteo, ein französischer Anbieter von per Retargeting personalisierten Display Anzeigen, legte am Nachmittag von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet ebenfalls einen starken Börsenstart hin.

Dabei hatte das acht Jahre alte Internet-Unternehmen den Ausgabekurs bereits zweimal angehoben: Nach 23 bis 26 Dollar sollten die unter dem Tickersymbol CRTO gelisteten Anteilsscheine eigentlich für 27 bis 29 Dollar am Kapitalmarkt gehandelt werden – es wurden tatsächlich 31 Dollar.

Criteo viermal so wertvoll wie Xing

Als am Montag der erste Kurs in New York aufleuchtete, bewilligten euphorische Börsianer für Criteo tatsächlich satte 42 Dollar – in der Spitze waren es gar 45 Dollar. Das entsprach einem happigem Aufschlug von 45 Prozent gegenüber dem Ausgabekurs. Am Ende des ersten Handelstages machten Anleger allerdings Kasse: Bei rund 35 Dollar schrumpfte das Kursplus der Online-Werbevermarkters auf 14 Prozent zusammen.

Das 2005 gegründete französische Internet-Unternehmen, das mittlerweile 700 Mitarbeiter beschäftigt, wächst rasant. Im vergangenen Quartal zogen die Erlöse um 55 Prozent auf 155 Millionen Dollar an. Allerdings hat Criteo in den ersten sechs Monaten des Jahres 6,8 Millionen Dollar verloren.  

Bemerkenswert: Die Fantasie der Anleger ist so groß, dass sie Criteo gestern in der Spitze mit mehr 2,6 Milliarden Dollar bewerteten. Das ist mehr als deutsche Traditionskonzerne wie Gerry Weber oder Salzgitter – und fast so viel wie Tui. Oder um in derselben Branche zu bleiben: Viermal so viel wie Xing.  

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