Anzeige

Constantins doppelte Ecclestone-Attacke

Gleich vor zwei Gerichten geht Constantin mittlerweile gegen den Formel 1-Boss Bernie Ecclestone und seine Familien-Holding Bambino vor. Die Münchner fordern Schadenersatz in Höhe von 171 Millionen US-Dollar, weil der PS-Tribun dafür gesorgt haben soll, dass beim Verkauf des BayernLB-Anteils an den Finanzinvestor CVC die Rennserie um eine Milliarde Dollar unterbewertet worden sei. Constantin ist die Rechtsnachfolgerin von EM.TV, die bei diesem Deal möglicherweise betrogen wurde.

Anzeige
Anzeige

In London startet gerade der Prozess vor der Wirtschaftskammer des High Court. Das Gericht prüft, ob Ecclestone tatsächlich dem ehemaligen BayernLB-Manager Gerhard Gribkowsky mit Hilfe von Bestechungsgeldern dazu gebracht habe, den 47 Prozent-Anteil an der Formel 1 zu günstig an CVC veräußert zu haben. "Aus unserer Sicht war die Transaktion erheblich zum Vorteil von Herrn Ecclestone und Bambino ausgelegt und erheblich zum Nachteil der BayernLB und derer, die einen Anteil an den Verkaufserlösen hatten", zitiert Spiegel Online den Constantin-Anwalt Philip Marshall.

EM.TV hatte mit der BayernLB verabredet, dass das Medienunternehmen einen finanziellen Nachschlag erhalten würde, wenn es der Bank gelänge bei dem Weiterverkauf mehr als eine bestimmte Summe einzunehmen. Das gelang nicht. Möglicherweise mutwillig.
 
Zeitgleich zum Prozessbeginn an der Themse erhöhen Constantin und seine Gesellschafterin Ruth Kirch (Witwe von Leo Kirch) von der Schweiz aus den Druck. "Nach der Anfrage der Constantin Medien AG hat die Staatsanwaltschaft Genf eine Untersuchung eröffnet", erklärte ein Unternehmenssprecher. Allerdings prüft die Behörde offenbar erst einmal, ob sie überhaupt zuständig sei.

Ein dritter Schauplatz in dem juristischen Wettrennen ist schon länger München. Dort vertagte bislang das Oberlandesgericht eine Entscheidung über die Aufnahme eines Prozesses gegen Ecclestone. Jetzt soll erst im kommenden Jahr entschieden werden, ob es überhaupt zur Eröffnung einer Hauptverhandlung kommt. Möglicherweise droht dem 83-Jährigen von der bayerischen Justiz die größte Gefahr. Sollte er in München verlieren, müsste er wohl seine Posten im PS-Zirkus aufgeben. Ein Grund für das Abwarten des Oberlandesgerichts soll –  laut FAZ –  darin begründet sein, dass die bayerischen Strafverfolger auf neue Erkenntnisse aus dem Londoner Verfahren hoffen, die sie wiederum zusätzlich gegen Ecclestone einsetzen könnten..

Anzeige

Bereits 2012 hatte Gribkowsky gestanden bestochen worden zu sein. Deshalb und wegen Steuerhinterziehung wurde er bereits zu einer Gefängnisstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt. Ecclestone bestreitet die Vorwürfe und behauptet, dass der ehemalige Banker ihn stattdessen erpresst hätte. Der High Court ist zumindest nicht bereit die Recherchen der deutschen Richter einfach so zu übernehmen.

Noch muss der 83-jährige Brite nicht vor Gericht erscheinen. Für einen späteren Zeitpunkt ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass er als Zeuge aussagen muss. Spätestens dann würde es zum direkten Duell zwischen Constantin und Ecclestone kommen.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*