Arrington stänkert gegen TechCrunch Disrupt

"Das war das letzte Mal, dass ich in der Jury einer TechCrunch Battle war", twitterte Michael Arrington am Dienstagabend. Der streitbare Gründer der Tech-Site, die seit einiger Zeit im Besitz von AOL ist, hätte für keinen der vier Finalisten als Sieger des Startup-Wettkampfes gestimmt. Die Premiere der Konferenz Disrupt in Berlin lief insgesamt gut, doch die Arrington-Kritik geht tief. Sein Vorwurf: Das TechCrunch-Management habe die Redaktionsseite bevormundet, Marketing gehe vor inhaltlichen Entscheidungen.

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Im Finale des TechCrunch Startup Battlefields waren vier Startups, import.io (APIs einfach für Websites erzeugen), Asap54 (App zur Erkennung von Modestücken), Voicesphere (Sprachsteuerung von populären Apps über eine Anwendung) und Lock8 (neues GPS-Fahrradschloss). Zu den Publikumslieblingen gehörten die beiden jungen Voicesphere-Macher; Bild-Chef Kai Diekmann twitterte: "real cool guys". Am Ende gewann aber das britische Startup Lock8.
Bereits während der Präsentationen ließ Arrington durchblicken, dass er von keinem der Startups überzeugt war. Arrington hatte TechCrunch gegründet, musste das Unternehmen nach der Übernahme durch AOL verlassen und wird nun wieder als Gründer im Impressum geführt und macht beispielsweise bei der Disrupt als Interviewer mit. Im Anschluss schrieb er in einem Kommentar auf der TC-Seite, die Präsentationen seien durch die Bank "schwach" gewesen.
In einem Eintrag auf seinem Uncrunched-Blog wurde Arrington noch deutlicher. Die Disrupt-Konferenz werde für AOL zu einem "sehr großen Geschäft". Doch der Fokus sollte auf den Inhalten liegen, und nicht auf der Vermarktung. "Die Redaktion von TechCrunch scheint aber völlig gefügig gegenüber der Vermarktung zu sein", fasst Arrington seine Beobachtungen zusammen. Es gebe "viel zu viele" Sponsoren auf der Bühne. Keynote-Speaker würden an diese Sponsoren verkauft – "und sie beschweren sich darüber".
Auch bei der Startup Battle habe das Management Einfluss genommen. Es hätte diskutiert werden müssen, ob überhaupt ein Gewinner hätte erklärt werden sollen. Doch diese Debatte habe das Management verhindert. "Diese Leute sollten noch nicht einmal im Raum sein, wenn die Jury sich berät", wettert Arrington. Vor der Entscheidung hatten die Konferenzmacher noch einen Imagefilm gezeigt, in dem der Gewinn der Battle als der absolute Oberhammer angepriesen wird, verbunden mit maximaler Aufmerksamkeit. Wie wertvoll dieser Pokal noch ist, wenn es zwingend immer einen Gewinner geben muss, ist fraglich. Angekratzt ist das gute Stück nach Arringtons Kritik auf jeden Fall.  

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