Trotz 34 Mio. iPhones: Apples Gewinn sinkt

Apple hat mit dem vierten Quartal einen Schlussstrich unter ein Geschäftsjahr zum Vergessen gezogen. Der Dreimonatszeitraum von Juli bis September verdeutlichte noch einmal die neue Schwäche des Konzerns: Obwohl Apples Umsätze noch leicht zulegen, bleibt unterm Strich weniger hängen – die erodierende Gewinnmarge ließ das Ergebnis auch im September-Quartal schrumpfen. Ob das laufende Weihnachtsgeschäft die Wende bringt, erscheint unklar: Die Gewinnmarge schrumpft weiter.

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Apple hat mit dem vierten Quartal einen Schlussstrich unter ein Geschäftsjahr zum Vergessen gezogen. Der Dreimonatszeitraum von Juli bis September verdeutlichte noch einmal die neue Schwäche des Konzerns: Obwohl Apples Umsätze noch leicht zulegen, bleibt unterm Strich weniger hängen – die erodierende Gewinnmarge ließ das Ergebnis auch im September-Quartal schrumpfen. Ob das laufende Weihnachtsgeschäft die Wende bringt, erscheint unklar: Die Gewinnmarge schrumpft weiter.

Am Ende ist es wie immer bei Apple – nur inzwischen weniger dramatisch: ‚Gut‘ ist der Wall Street einfach nicht gut genug. Der wertvollste Konzern der Welt hat nach Handelsschluss an der Wall Street besser als erwartete Quartalszahlen vorgelegt, doch die Aktie fällt zurück.

Zwischen Juli und September verdiente Apple bei Umsätzen von 37,5 Milliarden Dollar 7,5 Milliarden Dollar oder 8,26 Dollar je Aktie. Damit wurden die Analystenschätzungen, die bei einem Gewinn je Aktie in Höhe von 7,92 Dollar und bei Erlösen von 36,82 Milliarden Dollar gelegen hatten, gleich doppelt übertroffen.

iPhone-Verkäufe stark, iPad wächst nicht mehr

Treiber der Geschäftsentwicklung war wieder einmal die immer noch boomende iPhone-Sparte. Auch im siebten Produktjahr ziehen die Umsätze des Apple-Smartphones noch zweistellig an. Nach 26,9 Millionen verkauften iPhones im Vorjahreszeitraum konnte Apple nunmehr 33,8 Millionen abgesetzte iPhones vorweisen. Das entsprach einer Erlössteigerung von nochmals 26 Prozent. Die Analystenschätzungen, die bei 31 Millionen iPhones gelegen hatten, wurden damit pulverisiert.

Das war die gute Nachricht der September-Bilanz. Die erwartet schlechte: Die jüngste Konzern-Sparte wächst nicht mehr. Buchstäblich auf den letzten Metern konnte Apple mit 14,078 Millionen verkauften iPads im abgelaufenen Quartal noch 78.000 mehr Tablets absetzen als im Vorjahreszeitraum – eine erneut rückläufige Absatzentwicklung wie im vergangenen Quartal wurde damit gerade so vermieden.

Mac- und iPod-Sparte schrumpft deutlich, iTunes Division Hoffnungsschimmer

Doch in Cupertino dürften inzwischen die Alarmglocken schrillen: Nur 3,5 Jahre nach der Markteinführung ist das Ende des Wachstums bereits erreicht – das geht entschieden zu schnell, gerade im Vergleich zur stabilen Entwicklung des iPhones, das im vergangenen Quartal noch mehr zu Apples Lebensversicherung geworden ist.                 

Das liegt nicht zuletzt daran, dass die beiden älteren Konzern-Units weiter unter Wasser stehen und sich kaum mehr erholen dürften. Die Mac-Sparte bricht um 7 Prozent ein: 300.000 Macs weniger wurden zwischen Juli und September verkauft – Analysten hatten Absätze in Höhe von 4,6 Millionen allerdings exakt vorhergesagt.

Die iPod-Sparte, die im vergangenen Jahrzehnt noch Apples Comeback befeuert hatte, ist nach einem Einbruch von weiteren 35 Prozent auf nur noch 4,5 Millionen verkaufte Einheiten nicht mehr als eine Randnotiz. In die Bresche sprang dafür die iTunes-Division, deren Umsätze weiter um 22 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar anzogen.     

Gewinnmarge im Weihnachtsquartal drückt auf die Stimmung

Allein: Unterm Strich wächst Apple damit weiterhin nur noch marginal beim Umsatz, der um 4 Prozent gesteigert werden konnte. Gleichzeitig aber sanken die Gewinne – erwartungsgemäß – um 9 Prozent. Verantwortlich für dieses Ungleichgewicht ist einmal die erodierende Gewinnmarge, die von 40 auf 37 Prozent zurückging. Entsprechend bleibt unterm Strich weniger hängen, obwohl Apple mehr umsetzt.

Dieses Szenario könnte sich im Weihnachtsquartal wiederholen, obwohl nach einem Jahr mit einem Gewinneinbruch von 10 Prozent 2014 unbedingt die Trendwende her muss. Einerseits gab Apple mit einer erwarteten Umsatzspanne von 55 bis 58 Milliarden Dollar einen durchaus hoffnungsvollen Ausblick, der durchschnittlich um mindestens 1 Milliarde Dollar über den Markterwartungen von 55,5 Milliarden Dollar lag.

Achterbahnfahrt nach Handelsschluss

Wäre da nur nicht die Sache mit der Gewinnmarge, die Apple auf 36,5 bis 37,5 Prozent taxiert, während Analysten mit zumindest 38 Prozent gerechnet hatten. Als Anleger auf diesen Hinweis in der Konzernbilanz stießen, ließen sie die Apple-Aktie, die im nachbörslichen Handel zunächst auf 540 Dollar hochgeschossen war, schnell wieder wie einen Stein wieder fallen.

Bis auf 505 Dollar beschleunigte sich der Abverkauf nach Handelsschluss, ehe Schnäppchenjäger zugriffen. Als Finanzchef Peter Oppenheimer in der anschließenden Telefonkonferenz darauf hinwies, dass 900 Millionen Dollar Umsatz an Software-Einnahmen im Zuge der kostenlosen Bereitstellung von Mavericks wegfielen und sich die eigentliche Gewinnspanne eher bei 38,5 Prozent bewegen würde, reagierten Anleger erleichtert und schickten die Apple-Aktie zeitweise wieder ins grüne Terrain. Bis zum Ende des nachbörslichen Handels blieb ein Minus von rund 1 Prozent auf 523 Dollar.

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