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Offline-Dienste: Zukunft der Social Networks?

Am Dienstag hat Xing eine Reihe neuer Features für seine Premium-Kunden vorgestellt: Ab sofort können Nutzer nicht nur sehen, wer ihr Profil besucht hat, sondern erhalten Statistiken darüber, wann, wie oft und von woher der Besuch erfolgte. Das soll dabei helfen, das Job-Profil und das eigene Netzwerkverhalten zu optimieren. Noch interessanter sind allerdings die neuen Offline-Features: Zugang zu Workspaces und kostenloser Zugriff auf Fachliteratur. Müssen Social Networks mehr bieten als die reine Vernetzung?

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Auf den ersten Blick ist es ein technischer Relaunch der Premium-Plattform von Xing. Stark erweitert wurde nach eigenen Angaben die Übersicht der Profilbesucher. Ab sofort sehen die zahlender Mitglieder nicht nur, wer das eigene Profil besucht hat, sondern erfahren auch, wie oft einzelne Besucher das Profil besucht haben, über welche Suchbegriffe sie gefunden wurden und aus welchen Branchen oder von welchen Firmen die Besucher schwerpunktmäßig stammen. Mit diesen Informationen sollen Nutzer ihr Profil optimieren können und damit noch mehr potenzielle Interessenten anlocken. Zudem soll sich nachvollziehen lassen, welche Aktivitäten Besucher auf dem Profil ausgeführt haben. Personaler werden laut dem Business-Portal gesondert ausgewiesen.
Im Bereich „Mitglieder entdecken“ erhalten Premium-Mitglieder künftig unterschiedliche Kriterien und Suchfilter, wie beispielsweise gemeinsame Kontakte oder Interessen, um diejenigen Neukontakte herauszufiltern, mit denen sich das persönliche Netzwerk anreichern lässt. Zudem lässt sich angeblich gezielt anzeigen, welches andere Xing-Mitglied genau das sucht, was man selbst bietet oder welche ähnlichen Profile bei Xing zu finden sind.
Abseits der technischen Neuerungen will das Job-Portal künftig mit Offline-Angeboten Kunden an sich binden: So erhalten Premium-Mitglieder in Kürze unter anderem kostenlosen Zugang zu „XING workspaces“ an den Standorten des Partners Design Offices. Wer etwa auf Geschäftsreise ist, bekommt an verschiedenen Standorten in Deutschland jederzeit Zugriff auf einen im XING-Look gestalteten Arbeitsplatz inklusive WLAN-Zugang. Darüber hinaus können Kunden kostenlos ein Jahr lang auf alle Sachbücher der BildungsApp Blinkist zugreifen. Die Anwendung fasst in kurzen Texten die Kerngedanken von Sachbüchern zusammen und macht diese mobil verfügbar. Der Bereich der Offline-Mehrwerte und Partnerangebote soll in den kommenden Monaten Schritt für Schritt weiter ausgebaut werden. Ziel ist dabei immer, Premium-Mitglieder in ihrem beruflichen Alltag zu begleiten
Damit setzt sich Xing gezielt vom Konkurrenten LinkedIn ab, dessen Premiumdienste sich momentan noch auf den Online-Bereich beschränken. Dass Social Networks ein Interesse daran haben, dass sich seine Nutzer auch offline treffen, ist momemtan vor allem in Nischenangeboten zu entdecken. Urban Girl Squad etwa, ein US-Portal, kooperiert mit Restaurants und Eventveranstaltern, um seinen Online-Nutzern offline Mehrwert zu bieten. Große Social Networks wie Facebook, Google+ oder Twitter hingegen verstehen sich mit dem klaren Fokus auf Otto-Normal-Nutzer stärker als Vermittler von Kontakten. Dass die Big Player der Social Media tatsächlich damit beginnen, Offline-Dienste anzubieten, ist deswegen recht unwahrscheinlich. Schließlich müssen sich Aktionen bei einem globalen Einsatzgebiet auch global skalieren lassen.
Für ein B2B-Netzwerk wie Xing für den DACH-Raum kann sich die Offline-Offensive aber lohnen. Und dürfte im Erfolgsfall auch recht schnell Nachahmer finden. Die Chancen stehen gut. Denn mit zunehmender Selbstständigkeit von Arbeitnehmern steigt auch der Bedarf nach Arbeitsplätzen, an denen man sich mit anderen potenziellen Job-Kontakten austauschen kann. Das funktioniert online gut, aber offline in den meisten Fällen noch besser. Gerade im Berufsleben ist ein Handschlag dann doch mehr wert als eine Kontaktanfrage. Das hat offenbar auch Xing erkannt.

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