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Kießling schaltet seine Facebook-Seite ab

Bayer-Stürmer Stefan Kießling zieht die Facebook-Notbremse: Der Fußball-Profi hat – zumindest vorübergehend – seine Profil-Seite im Social Network abgeschaltet. Davor wurde er mehr als eine Woche lang wegen seines Phantomtores gegen TSG Hoffenheim von erbosten Fans beleidigt. In der vergangenen Woche versuchte es der Angreifer noch mit einer offensiven Deskalationstrategie. Aber selbst ein CDU-Politiker hatte sich via Facebook-Posting bereits böse im Ton vergriffen.

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Ausgangpunkt der wütenden Attacken auf das Profil des Angreifers von Bayer 04 Leverkusen war sein Tor gegen die TSG Hoffenheim am vorletzten Spieltag. Kießling hatte neben das Tor geköpft. Der Ball sprang von der Bande und durch ein Loch im Netz ins Tor. Der Schiedsrichter erkannte dies nicht und gab das Phantom-Tor.

Erst am Montag hatte das DFB-Sportgericht den Fall untersucht und entschieden, dass die Partie nicht wiederholt wird. Bereits direkt nach der Partie brach ein Shitstorm über die Facebook-Seite von Kießling herein. Die Fans warfen Kießling vor, dass er nicht direkt nach der Fehlentscheidung zugegeben hatte, den Ball nicht ins sondern neben das Tor geköpft zu haben.

Schon unmittelbar nach dem Spiel hatte Kießling in der Nacht zum Samstag auf seiner Facebook-Seite um Nachsicht gebeten. „Ich kann die Reaktionen von vielen von Euch hundertprozentig verstehen und bin selbst ganz aufgewühlt. Nach den Wiederholungen im Fernsehen sehe ich es eindeutig so: Es war kein reguläres Tor“. Weiter schrieb er. „Es tut mir leid für alle Sportfans und den Verlauf des Spiels. So zu gewinnen ist natürlich nicht schön. Fairness ist wichtig für den Sport, bei uns im Verein und für mich ganz persönlich.“

Die ehrlichen Worte sorgten allerdings nicht für eine Deskalation der Situation in der Kommentarspalte des Kickers. Auch als Bayer-Sportdirektor Rudi Völler für seinen Kicker Partei ergriff, ebbte der Shitstorm nicht ab. „All die Schlaumeier, die auf Kießling rumhacken, sollten in den Spiegel schauen und mal auf dem eigenen Hof kehren. Stefan hat noch nie eine Schwalbe gemacht. Ich kenne keinen anständigeren Spieler als ihn“, sagte Völler.

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Kießling selbst gab sich auch weiterhin viel Mühe, die Wogen zu glätten. So wendete er sich noch in der vergangen Woche an die Fans und bat um einen „fairen Austausch“. Er schrieb: „Ich würde mir wünschen, dass einige, mit ein wenig Abstand noch mal auf ihren Kommentar schauen, ob diese Art der Beschimpfung und Pöbelei hier angebracht ist.“

Offenbar verhallten seine Wort ungehört. Die Kritik wollte nicht verstummen. Allerdings wurde sie auch immer wieder befeuert, wie vom CDU-Landtagsabgeordneten aus Rheinland Pfalz, Andreas Biebricher. Auf Facebook schrieb er: „Ich war immer dafür, dass er eine Chance in der Nationalelf bekommt. Aber jetzt soll sich der charakterlose Typ beide Beine brechen.“

Jetzt zieht Kießling erst einmal sein Konsequenzen und hat seine Faceook-Seite abgeschaltet. Sobald sich der Sturm allerdings gelegt hat, will der Stürmer – laut Bild – sein Profil wieder aktivieren. In Sachen Fußball und Facebook ist dies hierzulande ein bislang einmaliger Vorfall.

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